Den Ursprung der Schwachstelle verortet Akamai in einem unvollständigen Patch: Microsoft hatte im Februar die Schwachstelle zur Remotecodeausführung CVE-2026-21510 nur teilweise geschlossen und dabei die nun als CVE-2026-32202 geführte Zero-Click-Lücke zurückgelassen, über die NTLM-Hashes abfließen können.
Wie das ukrainische CERT-UA mitteilte, nutzte die russische Cyberspionagegruppe APT28 – auch bekannt als UAC-0001 und Fancy Bear – die ursprüngliche Lücke CVE-2026-21510 im Dezember 2025 bei Angriffen gegen die Ukraine und EU-Staaten aus. Diese Angriffe waren Teil einer Exploit-Kette, die zusätzlich eine Schwachstelle in LNK-Dateien (CVE-2026-21513) ins Visier nahm.
In einem Bericht erläuterte Akamai, dass sich CVE-2026-32202 für Pass-the-Hash-Angriffe eignet, um NTLM-Hashes – also Passwort-Hashwerte – zu stehlen. Mit diesen können sich Angreifer anschließend als der kompromittierte Nutzer authentifizieren, sich seitlich im Netzwerk ausbreiten oder vertrauliche Daten entwenden. Laut Microsoft genügt es dafür, dem Opfer eine bösartige Datei zu senden, die dieses ausführt.
Microsoft stufte die Schwachstelle als in Angriffen ausgenutzt ein, nachdem BleepingComputer in der vergangenen Woche nachgefragt hatte, warum die im Rahmen des April-2026-Patchday veröffentlichte Sicherheitsmeldung die Bewertung „Ausnutzung festgestellt“ trug, die Lücke zugleich aber als nicht ausgenutzt markiert war. Auf eine zweite Anfrage – unter anderem zu der Frage, ob auch APT28 diese Zero-Click-Schwachstelle ausnutzte – hat ein Microsoft-Sprecher bislang nicht reagiert.
CISA nahm CVE-2026-32202 in ihren KEV-Katalog auf und setzte den zivilen Bundesbehörden eine Frist von zwei Wochen bis zum 12. Mai. „Diese Art von Schwachstelle ist ein häufiger Angriffsvektor für böswillige Akteure und stellt ein erhebliches Risiko für die Bundesverwaltung dar“, warnte die Behörde. Sie empfahl, die Gegenmaßnahmen nach Herstellervorgaben umzusetzen, für Cloud-Dienste die einschlägigen Vorgaben der BOD 22-01 zu befolgen oder das Produkt nicht mehr zu verwenden, falls keine Gegenmaßnahmen verfügbar sind.
Angreifer nutzen zudem aktiv drei kürzlich offengelegte Windows-Schwachstellen aus, die als BlueHammer, RedSun und UnDefend bezeichnet werden. Die Angriffe zielen darauf ab, SYSTEM- oder erweiterte Administratorrechte zu erlangen; für RedSun und UnDefend stehen Patches noch aus.
