Die vorläufigen Erkenntnisse der EU-Kommission wiegen schwer: Meta behauptet zwar in seinen Antworten auf die Anfragen der Kommission, dass Kindern unter 13 Jahren der Zugang verwehrt bleibt. Dies wird jedoch durch eine Fülle von wissenschaftlichen Daten aus ganz Europa widerlegt. “Meta scheint umfassend verfügbare wissenschaftliche Evidenz ignoriert zu haben, die zeigt, dass jüngere Kinder anfälliger für potenzielle Schäden durch Dienste wie Facebook und Instagram sind”, heißt es in der offiziellen Stellungnahme.
Das Kernproblem liegt in der mangelnden Altersverifikation und dem fehlenden Monitoring. Meta führt nach Zugriff auf die Plattform keine ausreichenden Kontrollen durch, um Kinder unter 13 zu erkennen und zu entfernen. Die bloße Selbstdeklaration des Alters bietet keinen wirksamen Schutz, da es Kindern leicht möglich ist, ein falsches Geburtsdatum anzugeben.
Die Ermittlungen der Kommission begannen im Mai 2024 und umfassten eine Überprüfung von Risikobewertungsberichten, Antworten zu Informationsanfragen sowie interne Dokumente von Meta. Als mögliche Lösung nennt die Kommission Altersverifikationsmaßnahmen, die in den DSA-Richtlinien erwähnt werden.
Meta erhält nun die Gelegenheit, die Untersuchungsdokumente zu studieren und auf die vorläufigen Feststellungen zu reagieren. Das Unternehmen kann zudem zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems ergreifen. Ein paralleles Verfahren zur Überprüfung, ob Meta die DSA-Designanforderungen zum Schutz vor Suchtverhalten und zur Wahrung der psychischen Gesundheit einhält, läuft noch.
Die Vorwürfe sind Teil eines breiter gewordenen europäischen Trends zum Kinderschutz im Internet. Frankreich hat gerade beschlossen, Kinder unter 15 Jahren von Social Media zu verbannen. Spanien, die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Norwegen haben ebenfalls Schritte eingeleitet, um ihre eigenen Beschränkungen einzuführen. Für Deutschland bedeutet dies, dass das BSI und der Bundesbeauftragte für Datenschutz (BfDI) solche Entwicklungen eng beobachten und möglicherweise ähnliche Anforderungen im deutschen Kontext durchsetzen könnten.
