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Schweizer und deutsche Behörden zerschlagen Black-Axe-Zellen in Europa

Schweizer und deutsche Behörden zerschlagen Black-Axe-Zellen in Europa
Zusammenfassung

Die Schweizer und deutsche Polizei haben einen bedeutsamen Schlag gegen die internationale Cyberkriminalität geführt: Zehn mutmaßliche Mitglieder der nigerianischen Verbrecherbande Black Axe wurden festgenommen, darunter ein regionaler Anführer, der Operationen in Südeuropa koordiniert haben soll. Die Durchsuchungen fanden in mehreren Schweizer Kantonen statt und richten sich gegen eine der weltweit gefährlichsten organisierten Kriminalorganisationen. Black Axe wird für Betrugsmaschen in Millionenhöhe und Geldwäsche verantwortlich gemacht, die finanzielle Verluste von Millionen Schweizer Franken verursacht haben. Die Bande, die ihre Wurzeln in einer nigerianischen Studentenverbindung aus den 1970er Jahren hat, gilt als hochstrukturierte, transnational agierende Kriminalorganisation mit etwa 30.000 registrierten Mitgliedern weltweit und geschätzten Jahreseinnahmen in Milliardenhöhe. Für deutsche Nutzer und Unternehmen ist dieser Fall besonders relevant, da Romance-Scams und Betrugsnetzwerke dieser Größenordnung auch deutschsprachige Ziele bedrohen. Die Aktion zeigt, dass europäische Behörden zunehmend koordiniert gegen westafrikanische Kriminalgruppen vorgehen, bietet aber auch Anlass zur Wachsamkeit gegenüber entsprechenden Betrugsmethoden im Internet.

Die Festnahmen sind Resultat einer großangelegten internationalen Operation gegen westafrikanische Verbrechernetzwerke in Europa. Wie Europol und die Züricher Behörden mitteilten, führten die Durchsuchungen zu umfangreichen Beweissicherungen in mehreren Kantonen der Schweiz.

Black Axe, offiziell mit der Neo-Black Movement of Africa verknüpft, gilt als hochstrukturierte transnationale Verbrechensorganisation mit weltweiter Präsenz. Die Organisation teilt ihre Operationen in etwa 60 Zonen in Nigeria und rund 35 im Ausland auf – jede Zone mit geschätzten 200 Mitgliedern. Insgesamt geht die Polizei von etwa 30.000 registrierten Mitgliedern weltweit aus, unterstützt durch umfangreiche Netzwerke von Geldkurieren und Facilitatoren.

Das Betrugssystem funktioniert nach klassischem Muster: Romance-Scams, bei denen Opfer emotional manipuliert werden, um Geldtransfers zu tätigen. Die erbeuteten Gelder werden dann durch internationale Finanznetze gewaschen – ein Prozess, der europäische Banken und Finanzinstitute regelmäßig belastet. Europol schätzt, dass Black Axe jährlich Milliarden Euro durch tausende kleinere Kriminaloperationen generiert.

Die aktuelle Operation steht im Kontext verstärkter internationaler Anstrengungen gegen westafrikanische Cyberkriminalität. Spanische Polizei verhaftete in diesem Jahr bereits 34 Verdächtige der Gruppe. 2023 führte eine koordinierte internationale Aktion zu über 100 Verhaftungen und der Beschlagnahme von mehr als 200 Bankkonten, die mit Online-Betrugsnetzwerken verbunden waren.

Black Axe zeichnet sich durch strikte interne Hierarchien, ritualisierte Initiationspraktiken und Verhaltenskodizes aus – eine Struktur, die als Quasi-Unternehmensmodell funktioniert. Die Gruppe ist für ein breites Spektrum von Straftaten bekannt: Cyber-Betrug, Drogenhandel, Menschenhandel, Entführungen und bewaffnete Raubüberfälle.

Die Wurzeln der Organisation reichen zurück zu einer nigerianischen Studentenverbindung aus den späten 1970er Jahren. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Neo-Black Movement zu einer gewalttätigen Verbrechersyndikats-Struktur mit internationalen Ambitionen. Für deutsche Behörden und Finanzinstitute bedeutet dies: erhöhte Wachsamkeit bei verdächtigen internationalen Transaktionen bleibt essentiell.