Das Besondere an der Angriffskette ist die Bauweise des Implantats: Der eigentliche Python-Schädling steckt direkt im Dropper-Skript, von wo aus er extrahiert, rekonstruiert und ausgeführt wird. Damit muss die Malware seltener externe Infrastruktur kontaktieren und hinterlässt weniger forensische Spuren.

Für die Kommunikation setzt DEEP#DOOR auf „bore.pub", einen öffentlichen, in Rust geschriebenen TCP-Tunneldienst. Über diesen Kanal kann der Betreiber Befehle ausführen lassen und das infizierte System umfassend ausspähen. Der Rückgriff auf einen öffentlichen Tunneldienst als Command-and-Control-Kanal (C2) bringt aus Angreifersicht mehrere Vorteile: Eine eigene Infrastruktur muss nicht aufgebaut werden, der bösartige Datenverkehr verschwindet im regulären Verkehr, und es müssen keine Serverdetails in der Nutzlast hinterlegt werden.

Parallel dazu bringt das Framework eine ganze Reihe von Mechanismen zur Analyse- und Abwehrumgehung mit. Dazu gehören das Erkennen von Sandboxes, Debuggern und virtuellen Maschinen, das Patchen von AMSI und Event Tracing for Windows (ETW), das Aushängen von NTDLL-Hooks, Manipulationen an Microsoft Defender, das Umgehen von SmartScreen, das Unterdrücken der PowerShell-Protokollierung, das Löschen von Kommandozeileneinträgen, das Verändern von Zeitstempeln sowie das Bereinigen von Protokolldateien.

Zur Verankerung nutzt DEEP#DOOR mehrere Persistenzmechanismen — Skripte im Autostart-Ordner, Registry-Run-Schlüssel und geplante Aufgaben. Ein Watchdog-Mechanismus überwacht zudem, ob diese Artefakte entfernt wurden, und legt sie bei Bedarf automatisch neu an, was die Bereinigung erschwert.

Nach Einschätzung von Securonix arbeitet das resultierende Implantat als vollwertiger Remote Access Trojan (RAT), der auf langfristige Persistenz, Spionage, seitliche Bewegung im Netzwerk und Nachexploitations-Operationen ausgelegt ist. Im Vordergrund stehe dabei, der Erkennung und der forensischen Sichtbarkeit zu entgehen, indem die Schadsoftware direkt in Windows-Sicherheits- und Telemetriemechanismen eingreift.

Die Forscher werten DEEP#DOOR als Beispiel für den anhaltenden Trend hin zu dateilosen, skriptgesteuerten Angriffs-Frameworks, die stark auf native Systemkomponenten und interpretierte Sprachen wie Python setzen. Indem die Nutzlast direkt im Dropper eingebettet und erst zur Laufzeit extrahiert wird, reduziert die Malware externe Abhängigkeiten und schränkt klassische Erkennungsmöglichkeiten ein.