Von den in Dubai festgenommenen 275 Beschuldigten muss sich der burmesische Staatsangehörige Thet Min Nyi wegen Verschwörung zu Überweisungsbetrug und Geldwäsche verantworten. Er soll als Manager und Anwerber für eine der Betrugsoperationen tätig gewesen sein, die unter dem Namen Ko Thet Company bekannt ist.
Die indonesischen Staatsangehörigen Wiliang Awang, Andreas Chandra und Lisa Mariam sehen sich ebenfalls Vorwürfen der Verschwörung zu Überweisungsbetrug gegenüber. Sie werden mit zwei weiteren mutmaßlichen Betrugsringen in Verbindung gebracht, der Sanduo Group und der Giant Company.
Während die Dubai Police Thet Min Nyi, Chandra und Mariam festnahm, griff die thailändische Royal Thai Police Awang auf. Zwei weitere mutmaßliche Mittäter sind weiterhin flüchtig.
„Diese Betrüger dachten, sie seien am anderen Ende der Welt sicher. Doch ihre Welt hat sich verändert. Globale Kriminalität trifft jetzt auf globale Justiz", erklärte US-Staatsanwalt Adam Gordon. „Organisatoren von Betrugszentren und Betrüger, die Amerikaner und andere schädigen, werden vor amerikanischen Gerichten und vor Gerichten weltweit zur Rechenschaft gezogen. In der heutigen Gesellschaft ist Betrug grenzenlos – und damit auch die Strafverfolgung, die ihn bekämpft und beseitigt", ergänzte Assistant Attorney General A. Tysen Duva.
Grundlage der Ermittlungen war die Auswertung von Beschwerden, die beim Internet Crime Complaint Center (IC3) des FBI eingegangen waren. Dabei stießen die Ermittler auf zahlreiche Opfer in den gesamten USA und auf Verluste in Millionenhöhe aus den Krypto-Investmentmaschen.
Nach dem Internet Crime Report 2025 des FBI entfielen im vergangenen Jahr 49 Prozent aller betrugsbezogenen Vorfälle auf Anlagebetrug. Die gemeldeten Verluste stiegen dadurch auf 8,6 Milliarden US-Dollar, nach 6,5 Milliarden im Jahr 2024.
Bereits zuvor hatten US-Bundesbehörden die Scam Center Strike Force eingerichtet, eine neue Sondereinheit zur Zerschlagung von Krypto-Betrugsnetzwerken. Vorausgegangen war die Beschlagnahme von 15 Milliarden US-Dollar beim Anführer der Prince Group durch das US-Justizministerium – einer kriminellen Organisation, die Amerikanern über Krypto-Investmentbetrug Milliarden entwendet haben soll.
Parallel zerschlugen europäische Behörden einen weiteren Krypto-Investmentbetrugsring, der Opfern weltweit Schäden von schätzungsweise mehr als 50 Millionen Euro (58,5 Millionen US-Dollar) zugefügt haben soll.
