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Rumänischer Anführer einer internationalen Swatting-Bande zu 4 Jahren Haft verurteilt

Rumänischer Anführer einer internationalen Swatting-Bande zu 4 Jahren Haft verurteilt
Zusammenfassung

Ein Rumäne, der ein internationales Swatting-Netzwerk anführte, wurde zu vier Jahren Bundesgefängnis verurteilt. Swatting ist eine gefährliche Form der Cyberkriminalität, bei der Täter gezielt falsche Notrufe absetzen, um bewaffnete Polizeieinsätze an den Adressen ihrer Opfer auszulösen. Der 27-jährige Thomasz Szabo leitete vom späten 2020 an eine Online-Gemeinschaft, die über 75 Beamte, mehrere Journalisten und vier religiöse Institutionen attackierte. Die Anschläge umfassten Bombendrohungen gegen das US-Kapitol und Massenschießerei-Ankündigungen an New Yorker Synagogen. Zwischen Dezember 2023 und Januar 2024 orchestrierte Szabo eine konzertierte Angriffswelle gegen mindestens 25 Kongressmitglieder, sechs hochrangige Verwaltungsbeamte und zahlreiche Bundes-, Landes- und Judikarbeamte. Nach seiner Auslieferung aus Rumänien bekannte sich Szabo schuldig und muss sich nun vier Jahre Haft stellen. Für Deutschland und europäische Länder zeigt dieser Fall, wie transnationale Cyberkriminalität zunehmend auch Institutionen außerhalb der USA bedroht und die Notwendigkeit verstärkter internationaler Zusammenarbeit unterstreicht.

Thomasz Szabo betrieb unter mindestens neun verschiedenen Online-Pseudonymen – darunter “Jonah”, “War Lord”, “Cypher” und “Kollectivist” – ein koordiniertes Netzwerk von Cyberkriminellen, das ab Ende 2020 systematische Bombendrohungen und Swatting-Attacken durchführte. Die US-Staatsanwaltschaft dokumentierte, dass Szabo persönlich falsche Meldungen an amerikanische Strafverfolgungsbehörden absetzte. Besonders brisant: Eine Drohung vom Dezember 2020 zielte auf New Yorker Synagogen und ein Terrordrohung gegen das US-Kapitol im Januar 2021.

Die kriminelle Aktivität eskalierte massiv zwischen Dezember 2023 und Januar 2024. In diesem Zeitraum zielten Szabos Follower auf mindestens 25 Kongressmitglieder oder deren Familienangehörige ab, ebenso auf sechs hochrangige Vertreter der Exekutive, 13 Senior-Beamte der föderalen Strafverfolgungsbehörden, Richter und 27 Staatsbeamte. Zusätzlich wurden vier religiöse Institutionen angegriffen. Ein Bandenmitglied prahlte damit, an nur einem Tag über 25 Swatting-Anrufe getätigt zu haben und damit Steuerzahler um über 500.000 Dollar geschädigt zu haben.

US-Anwältin Jeanine Pirro betonte die Schwere der Verbrechen: “Kongressmitglieder, Kabinettsmitglieder, Leiter föderaler Strafverfolgungsbehörden, Kirchenvertreter und Journalisten – Szabo und seine Follower zielten alle mit Swatting-Anrufen und Bombenfakemeldungen ab.”

Neben Szabo wurde der 23-jährige Serbe Nemanja Radovanovic angeklagt. Das Strafmaß für Szabo umfasst zusätzlich drei Jahre beaufsichtigte Freiheitsentlassung.

Der Fall unterstreicht ein internationales Bedrohungsszenario: Während sich die Hauptopfer in den USA befanden, zeigt die internationale Rekrutierung von Bandenmitgliedern und die technische Infrastruktur, dass auch deutsche Behörden, Medienvertreter und politische Amtsträger Zielscheiben ähnlicher Attacken sein könnten. Das BSI und die deutschen Polizeibehörden sollten entsprechende Prävention und Aufklärung intensivieren.