Nach Darstellung des FBI verschaffen sich die Angreifer zunächst Zugang zu den Konten von Maklern oder Spediteuren, indem sie Mitarbeiter auf Phishing-Seiten locken. Dort wird Software zur Fernüberwachung installiert, mit der die Täter anschließend unbemerkt auf die Systeme des betroffenen Unternehmens zugreifen.
Im nächsten Schritt veröffentlichen sie Zehntausende gefälschte Frachtangebote und bringen legitime Spediteure dazu, schädliche Dateien herunterzuladen. Unter einer gestohlenen Spediteur-Identität nehmen sie dann reale Lieferungen an. Die Ladungen werden an eingeweihte Fahrer umgeleitet und zum Weiterverkauf entwendet. In einigen Fällen fordern die Kriminellen zusätzlich Lösegeld für die Preisgabe des Standorts der umgeleiteten Fracht.
Um den Betrug zu verschleiern, ändern die Täter laut FBI die Registrierungsdaten des kompromittierten Spediteurs bei der Federal Motor Carrier Safety Administration und passen die Versicherungsunterlagen an. Betroffene Unternehmen bemerken den Vorfall so erst, wenn Makler in ihrem Namen gebuchte, aber nie autorisierte Lieferungen als verschwunden melden.
Wie die Täter vorgehen können, zeigt ein Beispiel: In diesem Jahr berichtete die Typosquatting-Überwachungsplattform Have I Been Squatted, dass die finanziell motivierte Gruppe Diesel Vortex Zugangsdaten von Fracht- und Logistikunternehmen in den USA und Europa stahl. Die zugehörigen Phishing-Angriffe liefen seit September 2025 und nutzten 52 Domains.
Das FBI rief Transport- und Logistikunternehmen dazu auf, alle Frachtanfragen über einen zweiten Kanal zu verifizieren, wo möglich Mehr-Faktor-Authentifizierung einzusetzen und durchzusetzen, unerwartete Mitteilungen über ein Zwei-Faktor-Verfahren zu prüfen sowie detaillierte Aufzeichnungen über alle Fahrzeuge und Fahrer zu führen.
Opfer solcher Betrugsmaschen sollten nach Empfehlung der Behörde neben einer Anzeige bei der Polizei auch eine Beschwerde beim Internet Crime Complaint Center (IC3) einreichen.
In seinem Internet Crime Report 2025, der in diesem Monat veröffentlicht wurde, teilte das FBI mit, dass beim IC3 im vergangenen Jahr mehr als eine Million Beschwerden eingingen. Diese stehen in Verbindung mit gemeldeten Schäden von nahezu 21 Milliarden Dollar aus verschiedenen cybergestützten Straftaten, darunter Anlagebetrug, Betrug mit angeblichem technischen Support, Business E-Mail Compromise und Datenlecks.
