Die Ermittler eröffneten ein Verfahren wegen betrügerischen Zugriffs auf ein staatliches automatisiertes System zur Verarbeitung personenbezogener Daten sowie wegen der Entwendung von Daten daraus. Nach französischem Recht drohen dafür bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro (rund 350.000 US-Dollar).
Anfang dieser Woche beantragte die Staatsanwaltschaft, den Minderjährigen formell anzuklagen und unter richterliche Aufsicht zu stellen. Nach Darstellung der Behörden war der Verdächtige an einer Reihe von Handlungen im Zusammenhang mit Angriffen auf das staatliche System beteiligt: unbefugter Zugriff, das Aufrechterhalten dieses Zugriffs, das Auslesen und Übermitteln von Daten sowie der Besitz von Werkzeugen, die für Cyber-Einbrüche bestimmt sind.
Die ANTS betreibt eine der sensibelsten digitalen Plattformen Frankreichs und verwaltet Anträge für Reisepässe, nationale Personalausweise und Führerscheine. Die Behörde verantwortet zudem eine neue staatliche App zur Altersverifikation, die Kinder unter 15 Jahren vom Zugang zu sozialen Netzwerken abhalten soll.
Französische Stellen erklärten kürzlich, der Angriff könnte mehrere Kategorien personenbezogener Daten offengelegt haben, die mit Nutzerkonten verknüpft sind. Betroffen sein könnten Zugangsdaten, Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und eindeutige Kontokennungen. Auch weitere Angaben wie Postadressen, Telefonnummern und Geburtsorte könnten kompromittiert worden sein.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie aufsehenerregender Ermittlungen zu Datenlecks in Frankreich ein. In diesem Monat nahmen die Behörden einen 20-jährigen Verdächtigen fest, der online als „HexDex“ bekannt ist und für Dutzende Einbrüche bei öffentlichen Einrichtungen, Sportverbänden und privaten Organisationen verantwortlich sein soll.
Im Januar nahm die Polizei zudem einen 18-Jährigen fest, dem vorgeworfen wird, die persönlichen Daten von mehr als einer Million Mitgliedern des französischen Schützenverbands weitergegeben und verkauft zu haben.
