Goldberg und Martin bekannten sich jeweils schuldig, sich zur Behinderung des Geschäftsverkehrs durch Erpressung verschworen zu haben. Beide standen damit vor einer möglichen Höchststrafe von 20 Jahren Haft, erhielten jedoch jeweils vier Jahre.

Laut Staatsanwaltschaft agierten die beiden gemeinsam mit Angelo Martino und nutzten ihre beruflichen Rollen in der Vorfallsbearbeitung aus, um Opfer unter Druck zu setzen. Von den mehreren ausgeführten Angriffen ließ sich nur ein einziges Unternehmen erfolgreich erpressen – dieser Vorfall brachte den Tätern 1,2 Millionen US-Dollar ein.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Andrew Tysen Duva erklärte, die Männer hätten wichtige Unternehmen geschädigt, die kritische Dienste erbrachten, und „hart durchgegriffen, bis hin dazu, dass Patientendaten aus dem Opfer einer Arztpraxis nach außen gelangten“. „Dies sollten eigentlich Spezialisten für Cybersicherheit sein, die Gutes tun und Unternehmen sowie Menschen helfen“, sagte Duva.

Brett Leatherman, stellvertretender Direktor des FBI, erklärte, die Behörde habe Goldberg durch zehn Länder verfolgen müssen, nachdem er sich vor seiner Festnahme ins Ausland abgesetzt hatte.

Die Urteile fielen eine Woche nachdem sich Martino im selben Anklagepunkt schuldig bekannt hatte. Er hob sich von den beiden anderen ab: Neben den gemeinsam mit Goldberg und Martin ausgeführten Angriffen koordinierte er sich mit Ransomware-Banden, während er angeblich im Auftrag von fünf Opfern Lösegeldverhandlungen führte.

Ransomware-Banden zahlten Martino ein Honorar für vertrauliche Informationen über die betroffenen Unternehmen. Er half den Kriminellen zudem, möglichst hohe Lösegelder zu erzielen, indem er ihnen die Deckungsgrenzen der Versicherungspolicen der Opfer mitteilte. Mehrere der von ihm verhandelten Lösegelder waren enorm und erreichten teils bis zu 26 Millionen US-Dollar. Die Ermittler beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von rund 10 Millionen US-Dollar von Martino. Sein Urteil wird am 9. Juli verkündet; ihm drohen 20 Jahre Haft.

DigitalMint, der Arbeitgeber von Martino und Martin, führte als Reaktion mehrere neue Kontrollen ein. Künftig müssen alle Verhandlungen über cloudbasierte Plattformen geführt werden, die geprüft und protokolliert werden können. Einer der Firmengründer wird sämtliche Verhandlungen nun persönlich beaufsichtigen, und die Daten der Lösegeldverhandler des Unternehmens werden zur Aufsicht an das US-Heimatschutzministerium übermittelt.