Whitehouse begründet die Warnung mit einem über Jahrzehnte gewachsenen Problem: Das NCSC verweist auf angehäufte „technische Schulden" — unsicheren oder veralteten Code, der tief in digitaler Infrastruktur steckt. Daraus sei ein großer Bestand an schlummernden Schwachstellen entstanden. Werden diese durch neue Werkzeuge schneller sichtbar, könnten Organisationen mit einem beispiellosen Volumen an Aktualisierungen konfrontiert werden.
Konkret empfiehlt die Behörde, mit dem Internet verbundene Systeme vorrangig zu behandeln, Update-Prozesse wo möglich zu automatisieren und sich auf häufigere Patch-Zyklen einzustellen. Zugleich warnt das NCSC, dass sich manche Alttechnik womöglich nicht mehr lohne, wenn sie sich nicht absichern lasse.
Die Warnung fällt in eine Phase, in der sich die Bedrohungslage im Vereinigten Königreich nach Einschätzung der Behörde insgesamt verschlechtert. Offiziellen Angaben zufolge verzeichnet das Land eine Rekordzahl schwerwiegender Cybervorfälle, wobei mehrmals pro Woche national bedeutsame Angriffe auftreten — die meisten davon ausgehend von feindlich gesinnten ausländischen Staaten.
Richard Horne, Leiter des NCSC, hat dazu aufgerufen, mit voller Kraft an mehreren Fronten gegenzuhalten. Nur anhaltender, gemeinsamer Druck könne die Fähigkeiten der Angreifer schwächen, argumentiert er.
Sich schon jetzt auf eine Patch-Welle vorzubereiten, könne spätere Störungen begrenzen, so das NCSC. Verzögerungen beim Einspielen von Korrekturen in Phasen verstärkter Schwachstellenentdeckung könnten das Risiko einer Kompromittierung deutlich erhöhen.
