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Forscher entdecken Methode zur Verfolgung von Fahrzeugen über Reifensensoren

Forscher entdecken Methode zur Verfolgung von Fahrzeugen über Reifensensoren

Wissenschaftler haben gezeigt, dass Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) mit kostengünstigen Empfängern entlang von Straßen abgehört werden können, um Fahrzeuge und Fahrmuster zu verfolgen.

Internationale Forscher aus Spanien, der Schweiz und Luxemburg haben in einer veröffentlichten Studie demonstriert, wie einfach es ist, Fahrzeuge mithilfe kostengünstiger Empfänger zu verfassen. Das Reifendruckkontrollsystem (RDKS), das weltweit in Fahrzeugen zur Verbesserung der Sicherheit und Wartung vorgeschrieben ist, sendet eine eindeutige Kennung im Klartext aus – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Die Forscher deployten fünf Empfänger, die über einen Zeitraum von zehn Wochen mehr als 6 Millionen RDKS-Nachrichten von etwa 20.000 Fahrzeugen aufzeichneten. Da die von den Sensoren übertragene Kennung während der gesamten Lebensdauer des Reifens unverändert bleibt, konnten die Wissenschaftler die Signale den Fahrzeugen zuordnen und deren Bewegungsmuster nachverfolgbar machen.

“Unsere Ergebnisse zeigen, dass RDKS-Übertragungen systematisch verwendet werden können, um potenziell sensible Informationen wie die Anwesenheit, den Fahrzeugtyp, das Gewicht oder das Fahrverhalten des Fahrers abzuleiten”, erklären die Akademiker. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass jeder Empfänger etwa 100 Dollar kostet, was das System für potenzielle Angreifer sehr erschwinglich macht.

Die unverschlüsselten Übertragungen eröffnen mehrere Angriffsvektoren: Kriminelle könnten solche Empfänger in großem Maßstab einsetzen, um Fahrer massenhaft zu verfolgen. Darüber hinaus könnten Angreifer durch das Senden gefälschter Reifendruckwarnungen Lastwagen zu Stopps zwingen und deren Fracht erbeuten. Mit Software-Defined Radios ist es möglich, RDKS-Sensoren mit spezifischen Personen zu verbinden und diese gezielt zu verfolgen.

“Angreifer können diese Informationen nutzen, um die Bewegungsmuster, Orte von Interesse und das Verhaltensverhalten einer Person zu erlernen, vorherzusagen und auszunutzen”, warnen die Forscher. Sie fordern Autohersteller dazu auf, die Verwendung von Klartextübertragungen zu überdenken und Verschlüsselung sowie sichere Mechanismen zu implementieren.


Quelle: SecurityWeek