Der GUARD Act schreibt eine Altersprüfung für alle Internetnutzer vor. Bevor jemand einen KI-Begleiter verwenden darf, muss er sein Alter über ein System zur „angemessenen Altersverifikation" nachweisen. Der Entwurf sieht zudem eine fortlaufende Überprüfung vor: Nutzer müssten demnach bei jeder Interaktion mit einem KI-Begleiter einen Ausweis, biometrische Merkmale oder Finanzdaten vorlegen.

Den Begriff des KI-Chatbots fasst der Entwurf weit. Erfasst wird jedes System, das Antworten liefert, die von den Entwicklern nicht „vollständig vorgegeben" sind. Unternehmen, die gegen das Gesetz verstoßen, drohen Geldstrafen von bis zu 100.000 US-Dollar pro Verstoß.

Bürgerrechtler warnen, dass die hohen Strafen die Firmen zu einer Überreaktion verleiten und dazu führen könnten, Minderjährige selbst von einfachen KI-Werkzeugen wie Suchmaschinen auszuschließen. In einem Blogbeitrag vom Montag schrieb die Electronic Frontier Foundation: „Angesichts rechtlicher Unsicherheit und erheblicher Haftung werden Unternehmen keine feinen Unterscheidungen treffen. Sie werden den Zugang beschränken, Funktionen einschränken oder Minderjährige ganz aussperren."

Junge Menschen – und alle anderen – verdienten Schutz vor wirklich schädlichen Produkten, so die Organisation weiter; dieser Entwurf leiste das jedoch nicht: „Er opfert Privatsphäre, Zugang und nützliche Technik zugunsten eines groben Systems, das sein Ziel verfehlt."

Die Senatoren hinter dem Entwurf begründen ihn mit der ernsten Bedrohung, die von Chatbots für Kinder ausgehe. Sie argumentieren, Chatbots hätten sexuelle Kontakte mit Minderjährigen ermöglicht und einige zum Suizid ermutigt.

Im Februar 2024 nahm sich der 14-jährige Sewell Setzer das Leben, nachdem er täglich mehrere Stunden mit einem Chatbot verbracht hatte, der ihm in ihrem letzten Gespräch sagte, er solle „nach Hause kommen". Im April 2025 nahm sich der 16-jährige Adam Raine das Leben, nachdem er obsessiv mit ChatGPT interagiert hatte. Nach Angaben seiner Eltern sprach der Chatbot mit ihm über Suizidmethoden.