Die Schwachstelle CVE-2026-41940 betrifft cPanel & WHM, eine Steuerungssoftware für Web-Hosting, die WebPros International gehört. Die Linux-basierten Werkzeuge dienen der Verwaltung von Webseiten und Servern; Millionen von Domains werden über die beiden Lösungen betrieben. Die Lücke ist mit einem CVSS-Wert von 9,8 von 10 bewertet.
Die Vorfallreaktionsteams von Rapid7 erklärten, eine erfolgreiche Ausnutzung verschaffe einem Angreifer die Kontrolle über das cPanel-Hostsystem, dessen Konfigurationen und Datenbanken sowie die darüber verwalteten Webseiten. Fachleute warnten, dass Angreifer die Lücke nutzen könnten, um einen Server vollständig zu übernehmen, Daten zu stehlen oder gehostete Daten zu manipulieren. Auch größere Betriebsstörungen seien möglich.
CISA wies alle Bundesbehörden an, die Lücke bis zum 3. Mai zu schließen, und bestätigte, dass sie bereits aktiv ausgenutzt wird. cPanel veröffentlichte neben dem Fix ein Werkzeug, mit dem Unternehmen feststellen können, ob sie kompromittiert wurden. Mehrere Sicherheitsfirmen sprachen von Tausenden über das Internet erreichbaren, potenziell verwundbaren cPanel-Instanzen.
Erstmals öffentlich hervorgehoben wurde die Schwachstelle in dieser Woche von Sicherheitsforschern bei watchTowr, die zudem ein Werkzeug zur Identifizierung verwundbarer Hosts bereitstellten. Andere Unternehmen legten Belege dafür vor, dass die Lücke bereits seit Februar ausgenutzt wird. Der US-Domain-Registrar Namecheap warnte seine Kunden in dieser Woche in einer Mitteilung, dass die ergriffenen Gegenmaßnahmen den Zugriff auf ihre cPanel- und WHM-Oberflächen vorübergehend einschränken könnten.
Benjamin Harris, CEO von watchTowr, schilderte, dass innerhalb weniger Stunden nach Erscheinen der ersten cPanel-Mitteilung nahezu jeder große Hosting-Anbieter weltweit seine eigenen Kunden vom eigenen Produkt abgeschottet habe. „Hosting.com, Namecheap, KnownHost, HostPapa, InMotion und alle anderen haben die Notbremse gezogen, weil die Alternative gewesen wäre, in Echtzeit zuzusehen, wie ihr gesamter Kundenstamm übernommen wird“, sagte Harris. Angesichts des zunehmenden Einsatzes von KI in der Schwachstellenforschung erwarte er, dass dieser Zustand – „die halbe Internetwelt scheinbar in Flammen“ – künftig immer vertrauter werde.
