Microsoft beschreibt die Geschwindigkeit als einen der wichtigsten Faktoren beim Entwurf. Der Grund: Viele Nutzer fügen im Ausführen-Dialog Text aus der Zwischenablage ein und kopieren ihn erneut, um Formatierungen zu entfernen – ein Trick, der nur funktioniert, weil der Dialog so schnell erscheint. Der klassische Run benötigt nach dem Druck auf Win + R rund 103 Millisekunden, der moderne Dialog laut Microsoft im Median nur 94 Millisekunden. Das Unternehmen erwartet, dass sich dieser Wert weiter verbessern lässt.
„Als wir mit der neuen Umsetzung begannen, wussten wir, dass der bestehende Dialog schnell war. Wir wussten auch, dass wir genau verstehen mussten, wie ihr ihn nutzt: modernisieren, eine klare Haltung einnehmen und ihn weiterentwickeln", erklärte Microsoft in einem Blogbeitrag. Um die Nutzung zu verstehen, baute das Unternehmen vorübergehend eine Messfunktion ein, die erfasste, was verwendet wurde und wie lange das Anzeigen dauerte.
Diese Daten halfen auch bei der Entscheidung, was bleibt und was wegfällt. Ein Beispiel ist die Schaltfläche „Durchsuchen", mit der sich ein bestimmtes Verzeichnis zum Öffnen eines Programms ansteuern lässt. Laut Microsoft liegt ihre Nutzung bei unter 0,0038 Prozent – gemessen an einer Stichprobe von 35 Millionen Nutzern. Die Schaltfläche entfällt im modernen Run daher.
Neu hinzu kommt die Unterstützung von ~\ für den schnellen Zugriff auf das Benutzerverzeichnis. Außerdem zeigt die Liste nun Symbole an, was Einträge leichter erkennbar machen soll, ohne den Dialog zu überladen. Microsoft betont die enge Zusammenarbeit mit Partnern auf Plattformebene; die Verbesserungen sollen nicht nur Run beschleunigen, sondern das gesamte Betriebssystem effizienter machen.
Die Funktion ist vollständig optional. Sie wird nicht automatisch aktiviert; Nutzer müssen sie unter Einstellungen > Erweiterte Einstellungen manuell einschalten, woraufhin sie den klassischen Run ersetzt. Microsoft plant weitere Funktionen und sammelt vorab Rückmeldungen, bevor die Neuerung breiter ausgerollt wird.
Das Build bringt zwei weitere Änderungen mit. Für AAD-Nutzer verbessert Microsoft die Teilen-Oberfläche von Windows: Bislang musste man eine App erst über den MS Store installieren und dann in der Teilen-Liste suchen; künftig lassen sich Apps direkt aus der Teilen-Oberfläche installieren. Zudem bietet die Bildschirmlupe nun mehr Kontrolle über den Zoom mit voreingestellten Stufen von 5, 10, 25, 50, 100, 150, 200 und 400 Prozent.
Die Änderungen sollen in den kommenden Monaten für alle erscheinen. Vorerst ist dafür der Download von Windows 11 Build 26300.8346 aus dem neuen Experimental Channel nötig.
