Westliche und indopazifische Länder haben eine Koalition gegründet, um Sicherheitsstandards für 6G-Mobilfunknetze zu entwickeln und Chinas technologische Dominanz entgegenzuwirken.
Eine Gruppe westlicher und indopazifischer Staaten hat am Dienstag eine Koalition ins Leben gerufen, die die Sicherheitsgrundlagen von 6G-Mobilfunknetzen der nächsten Generation prägen soll. Der Schritt erfolgt, während China seine Forschungs- und Investitionsaktivitäten in dieser Technologie intensiviert.
Die Global Coalition on Telecoms (GCOT) vereint Großbritannien, die USA, Kanada, Japan und Australien. Schweden und Finnland traten bei der Gründung bei. Auf der Mobile World Congress in Barcelona stellte das Bündnis freiwillige Sicherheits- und Resilienzprinzipien vor.
Lessons aus dem 5G-Ausbau sollen dabei helfen, dass 6G-Netze von Anfang an “secure by design” sind. Die unverbindlichen Richtlinien fordern unter anderem verbesserten Schutz vor Cyber-Angriffen, Wahrung der Datenkonfidentialität und -integrität, Diversifizierung von Lieferketten, Unterstützung für quantenresistente Kryptographie und Schutzmaßnahmen für künstliche Intelligenz in Netzen.
Die britische Regierung sieht darin ein Instrument, um Forscher, Hersteller, Netzbetreiber und internationale Standardisierungsgremien bei der 6G-Entwicklung zu beeinflussen.
6G wird KI tiefer in Netzwerkoperationen integrieren, Satelliten- und terrestrische Systeme verbinden und Anwendungen mit ultra-niedriger Latenz ermöglichen. Die kommerzielle Einführung wird frühestens um 2030 erwartet.
Obwohl die Koalitionsdokumente China nicht explizit nennen, spiegelt die Initiative den wachsenden strategischen Wettbewerb im Bereich fortgeschrittener Kommunikationstechnologien wider. Peking prioritisiert 6G durch staatlich unterstützte Initiativen wie die IMT-2030 (6G) Promotion Group und betont die Teilnahme an globalen Standardisierungsgremien wie der International Telecommunication Union und 3GPP.
Chinesische staatlich verbundene Forschung behauptet, dass China über 40 Prozent der globalen 6G-Patentanmeldungen ausmacht, wobei hohe Patentmengen nicht automatisch zu Standardisierungsführerschaft oder Marktanteilen führen.
Bei der 5G-Einführung beschränkten mehrere Koalitionsmitglieder Ausrüstungen von chinesischen Telekommunikationslieferanten wie Huawei und ZTE aus Sicherheitsbedenken. Offizielle dieser Länder beruften sich auf Chinas Nationale-Sicherheits-Gesetze, die Unternehmen zu heimlicher Zusammenarbeit mit Chinas Geheimdiensten verpflichten könnten.
Diese Unternehmen und chinesische Beamte bestreiten die Vorwürfe und sagen, dass keine Beweise für Fehlverhalten vorliegen. Peking lehnt auch westliche Vorwürfe ab, in Hackerangriffe gegen Regierungen und kritische Infrastruktur verwickelt zu sein.
Befürworter sehen in der frühen Verankerung von Sicherheit, Resilienz und Lieferantendiversifizierung einen Weg, um systemische Anfälligkeit zu verringern und künftige wirtschaftliche Abhängigkeit von wenigen Anbietern zu begrenzen. Offizielle Regierungen sehen in gegenwärtigen Entscheidungen zu Architektur und Governance die Weichen für das Machtgleichgewicht im technologischen und wirtschaftlichen Bereich für Jahrzehnte gestellt.
Quelle: The Record
