Nach den Gerichtsunterlagen zahlten Richards und ihre Mittäter Millionenbeträge für die Labels, und zwar zu Preisen, die deutlich unter dem Verkaufswert der zugehörigen Software lagen. Statt die Labels gemeinsam mit der passenden Software zu verkaufen, wies Richards ihre Angestellten an, die Produktschlüsselcodes manuell zu entnehmen und in Tabellen zu erfassen.

Die Lizenzschlüssel wurden anschließend in großen Mengen an Kunden weltweit verkauft. Laut Anklageschrift überwies Richards zwischen 2018 und 2023 mehr als 5,1 Millionen US-Dollar an den Lieferanten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzte der illegale Weiterverkauf der Schlüssel einen Sekundärmarkt für COA-Labels aus. Diese Labels besitzen für sich genommen keinen eigenständigen Handelswert, losgelöst von den Lizenzen und der Hardware, zu denen sie gehören sollen.

Das US-Recht untersagt den Verkauf solcher Labels getrennt von der lizenzierten Software und Hardware, für die sie vorgesehen sind. Die COA-Labels enthalten neben den Produktschlüsseln auch Sicherheitsmerkmale, die Fälschungen erschweren sollen.