Auf der Pressekonferenz im Pentagon beschrieb General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, die Cyberangriffe als Teil eines koordinierten Vorgehens. Gemeinsam mit U.S. Space Command habe Cyber Command zu den „Erstangreifern" gehört, die mit dem schichtweisen Einsatz nichtkinetischer Effekte zur Unterstützung der Operation Epic Fury begannen.
„Koordinierte Weltraum- und Cyberoperationen haben Kommunikations- und Sensornetze im gesamten Einsatzgebiet wirksam gestört und den Gegner ohne die Fähigkeit zurückgelassen, zu sehen, sich abzustimmen oder wirksam zu reagieren", sagte Caine. Die Maßnahmen hätten dazu beigetragen, den Feind „zu stören, zu desorientieren und zu verwirren".
Nach Caines Darstellung wurden bei der Operation an diesem Wochenende der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und mehrere weitere hochrangige iranische Funktionäre getötet. Seine Äußerungen sind das bislang öffentlichste Eingeständnis der Rolle von Cyber Command in den großen Militäroperationen der zweiten Trump-Regierung.
Recorded Future News hatte zuvor erstmals berichtet, dass das Kommando im vergangenen Jahr iranische Raketenabwehrsysteme störte, um einen erfolgreichen Bombenangriff auf wichtige Nuklearanlagen des Landes zu unterstützen. Caine und Präsident Donald Trump hatten zudem Anfang dieses Jahres auf Aktivitäten von Cyber Command hingewiesen, mit denen die Stromversorgung in Venezuelas Hauptstadt lahmgelegt sowie Luftabwehrradar und Handfunkgeräte gestört worden seien — als Teil der Mission zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro.
Seit Beginn der gemeinsamen US-israelischen Angriffe auf Ziele im Iran am Samstag gab es mehrere mutmaßliche Cyberoperationen, darunter das Hacken mehrerer Nachrichtenwebsites und einer religiösen Kalender-App. Diese gingen Berichten zufolge auf israelische digitale Einheiten zurück und enthielten Botschaften, die zu Überläufen und zum Widerstand gegen das Regime aufriefen.
Verantwortliche in Washington und Jerusalem stellen sich auf mögliche Vergeltungs-Cyberangriffe durch iranische Stellvertretergruppen oder Verbündete Teherans ein. In der Vergangenheit hat der Iran ein breites Spektrum schädlicher Aktivitäten durchgeführt, von Ransomware-Angriffen bis zu Denial-of-Service-Attacken.
Am Montag erklärte Jordanien, sein nationales Cybersicherheitszentrum habe einen iranischen Cyberangriff auf die Weizenlagersysteme des Landes abgewehrt.
