Vimeo zufolge wurde der Zugriff über Anodot ermöglicht. Nachdem das Unternehmen den Vorfall bemerkt hatte, deaktivierte es nach eigenen Angaben sämtliche Anodot-Zugangsdaten, entfernte die Anodot-Integration aus seinen Systemen und kappte so den Zugang der Angreifer. Zusätzlich zog Vimeo externe Sicherheitsexperten für die Untersuchung hinzu und informierte die Strafverfolgungsbehörden.
In seiner Mitteilung betonte das Unternehmen, dass weder Videoinhalte noch gültige Login-Daten oder Kreditkarteninformationen betroffen seien. Die Zugangsdaten von Nutzern und Kunden seien sicher, und der Vorfall habe weder Systeme noch Dienste beeinträchtigt.
Nach der Veröffentlichung durch Vimeo stellte ShinyHunters ein 106 GB großes Archiv mit gestohlenen Dokumenten auf seiner Leak-Seite im Darknet online – nachdem der Erpressungsversuch gegen das Unternehmen gescheitert war. In einer Botschaft erklärte die Gruppe, die Daten aus den Snowflake- und BigQuery-Instanzen seien über Anodot kompromittiert worden; das Unternehmen habe sich trotz wiederholter Angebote nicht auf eine Einigung eingelassen.
Wie viele Personen insgesamt betroffen sind, hat Vimeo bislang nicht mitgeteilt. Have I Been Pwned wertete die gestohlenen Daten aus und nennt 119.200 Personen, deren E-Mail-Adressen und teilweise auch Namen offengelegt wurden.
Gegenüber BleepingComputer hatte die Gruppe zuvor angegeben, mithilfe von Anodot-Authentifizierungstoken Daten von Dutzenden Unternehmen gestohlen zu haben. ShinyHunters bestätigte zudem den Versuch, Daten aus Salesforce-Instanzen abzugreifen, sei dabei aber durch eine KI-gestützte Erkennung blockiert worden.
Die Gruppe wird darüber hinaus mit einer breit angelegten Vishing-Kampagne in Verbindung gebracht, die auf die Single-Sign-on-Konten von Beschäftigten und Mitarbeitern von Business-Process-Outsourcing-Dienstleistern bei Microsoft Entra, Okta und Google zielt. Nach der Übernahme solcher Konten greifen die Täter Daten aus angebundenen SaaS-Anwendungen ab, darunter Salesforce, SAP, Slack, Adobe, Atlassian, Zendesk, Dropbox, Microsoft 365 und Google Workspace.
Zu den weiteren Vorfällen, die ShinyHunters in jüngster Zeit für sich reklamiert, zählen Angriffe auf die Europäische Kommission, Rockstar Games, den Bildungsanbieter McGraw Hill sowie zuletzt den Medizintechnikhersteller Medtronic, den Kreuzfahrtbetreiber Carnival, den Modehändler Zara, die Handelskette 7-Eleven und die Online-Lernplattform Udemy.
