Der Fehler steckt laut Cyera im GGUF-Modell-Loader von Ollama. Dieser akzeptiert eine von Angreifern bereitgestellte GGUF-Datei, in der ein Tensor-Offset und eine Größe deklariert sind, die über die tatsächliche Dateilänge hinausgehen. Beim Verarbeiten der Datei liest die Komponente über den zugewiesenen Heap-Puffer hinaus und greift dabei auf Speicherbereiche zu, die sensible Informationen enthalten können.
Den eigentlichen Datenabfluss beschreibt Cyera als zweiten Schritt: “Der Angreifer nutzt anschließend die in Ollama integrierte Funktion zum Hochladen von Modellen, um die entstandene Datei – samt der gestohlenen Heap-Daten – auf einen von ihm kontrollierten Server zu übertragen. Der gesamte Angriff erfordert lediglich drei unauthentifizierte API-Aufrufe.”
Die Tragweite ergibt sich aus der Standardkonfiguration. Da Ollama ohne Authentifizierung startet und auf allen Netzwerkschnittstellen lauscht, sind nach Darstellung von Cyera sämtliche aus dem Internet erreichbaren Instanzen betroffen. “Da derzeit etwa 300.000 Ollama-Server im öffentlichen Internet exponiert sind, ist diese Schwachstelle unmittelbar und in großem Umfang ausnutzbar – ganz ohne Zugangsdaten”, warnt das Unternehmen.
Welche Daten konkret offenliegen, hängt vom Einsatzzweck ab. Je nach Nutzung können laut Cyera Interaktionen von Mitarbeitenden, Entwicklungscode, weitergeleitete Tool-Ausgaben sowie Prompts mit personenbezogenen Daten (PII), Gesundheitsdaten (PHI) und weiteren sensiblen Informationen exponiert werden. Gefährdet sei “jede Installation, bei der Ollama netzwerkseitig erreichbar ist, ohne dass eine Firewall oder ein Authentifizierungs-Proxy vorgeschaltet ist”.
Behoben ist die Schwachstelle in Ollama-Version 0.17.1. Cyera empfiehlt, den Fix schnellstmöglich anzuwenden und den Netzwerkzugriff zu beschränken; ein vorgeschalteter Authentifizierungs-Proxy und eine Netzwerksegmentierung sollen die Sicherheit erhöhen. Zudem sollten Organisationen laufende Instanzen auf eine Internet-Exposition prüfen und jede aus dem Internet erreichbare Instanz – einschließlich der durchgereichten Umgebungsvariablen und Daten – als kompromittiert betrachten.
