Nach Angaben des DOJ verschafften sich Sandu und seine Mittäter Zugang zu den VoIP-Telefonanlagen kleiner Unternehmen und brachten dort Skripte zum Einsatz. Diese kontaktierten Kunden von Finanzinstituten und brachten sie dazu, sensible persönliche und finanzielle Informationen preiszugeben – darunter Zugangsdaten sowie Kartennummern und PINs.

Sandus Rolle in dieser sogenannten Vishing-Operation bestand laut DOJ darin, die erbeuteten Daten zum Klonen von Zahlungskarten zu nutzen und als Geldkurier (money mule) Beträge von diesen Karten abzuheben.

Der Beschuldigte bleibt in Haft und muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 30 Jahren rechnen. Angeklagt worden war er bereits 2017, festgenommen wurde er jedoch erst im Januar 2026, die Auslieferung folgte Ende April.

Reid Davis, leitender FBI-Ermittler in North Carolina, betonte, die Behörde sei entschlossen, international agierende Cyber-Betrüger zu verfolgen – „Gerechtigkeit kennt keine Frist“.

Es ist nicht der einzige bemerkenswerte Fall mit Beteiligung eines rumänischen Staatsbürgers. Mihai Ionut Paunescu, ein rumänisch-lettischer Doppelstaatsbürger, wurde Mitte 2023 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er einen sogenannten Bulletproof-Hosting-Dienst betrieben hatte, den Trojaner wie Gozi, Zeus und SpyEye nutzten. Auch sein Urteil erging mehr als ein Jahrzehnt nach seinen Straftaten.