Matthew Isaac Knoot, der im August 2024 festgenommen und angeklagt wurde, betrieb seine Laptop-Farm zwischen Juli 2022 und August 2023 von seinen Wohnsitzen in Nashville aus. Er nahm firmeneigene Laptops entgegen, die auf eine gestohlene Identität – „Andrew M." – ausgestellt waren, und installierte darauf nicht autorisierte Fernwartungssoftware. Damit konnten nordkoreanische IT-Kräfte als legitime, in den USA ansässige Beschäftigte auftreten.

Die geschädigten Unternehmen zahlten den mit Knoots Operation verbundenen IT-Kräften mehr als 250.000 US-Dollar. Die Zahlungen wurden unter den gestohlenen Identitäten fälschlich an die Sozialversicherungsbehörde (Social Security Administration) und die Steuerbehörde (Internal Revenue Service) gemeldet.

Erick Ntekereze Prince bekannte sich im November der Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig. Über sein Unternehmen Taggcar Inc. verhalf er von etwa Juni 2020 bis August 2024 mindestens drei nordkoreanischen IT-Kräften zu Fernanstellungen bei US-Firmen. Die betroffenen Unternehmen zahlten den über Prince vermittelten IT-Kräften mehr als 943.000 US-Dollar an Gehältern, von denen der Großteil ins Ausland geleitet wurde.

Knoot verursachte zudem mehr als 500.000 US-Dollar an Prüfungs- und Bereinigungskosten bei den geschädigten Unternehmen, Prince mehr als eine Million US-Dollar an Bereinigungskosten. Zusätzlich zur Haftstrafe von 18 Monaten wurde Knoot zu einer Entschädigung von 15.100 US-Dollar und zur Einziehung weiterer 15.100 US-Dollar verurteilt; Prince muss 89.000 US-Dollar einziehen lassen.

Das FBI weist wiederholt darauf hin, dass Nordkorea eine große Armee von Tausenden IT-Kräften unterhält, die sich per Identitätsdiebstahl jedes Jahr bei Hunderten amerikanischer Firmen anstellen lassen. Die beiden Verurteilungen reihen sich in eine Serie ähnlicher Fälle ein: Im April wurden die US-Bürger Kejia Wang und Zhenxing Wang ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt, weil sie nordkoreanischen IT-Kräften halfen, sich als US-Einwohner auszugeben. Die 50-jährige Christina Marie Chapman aus Arizona wurde wegen des Betriebs einer Laptop-Farm in ihrem eigenen Zuhause zu 102 Monaten Haft verurteilt; das zugehörige Schema verhalf nordkoreanischen IT-Kräften unter gestohlenen Identitäten zu Anstellungen bei 309 US-Unternehmen.