Ferro war nach Darstellung der Staatsanwaltschaft das „Mittel der letzten Wahl“ der Bande. US-Staatsanwältin Pirro erklärte, immer wenn die Mittäter die Opfer nicht zur Herausgabe ihrer Zugangsdaten überreden oder sich nicht in deren digitale Konten hacken konnten, sei Ferro damit beauftragt worden, in Häuser einzubrechen und die Hardware-Wallets direkt zu entwenden. Das Schema habe ausgefeilten Online-Betrug mit altmodischem Einbruchdiebstahl kombiniert.

Im Februar 2024 reiste Ferro nach Winnsboro in Texas, drang in das Haus eines Opfers ein und entwendete eine Hardware-Wallet mit rund 100 Bitcoin – damals mehr als fünf Millionen US-Dollar wert. Die Beute wusch er anschließend über Kryptobörsen.

Im Juli desselben Jahres flog er nach New Mexico, beobachtete das Haus eines Opfers mehrere Tage lang mit einem Mobiltelefon und brach schließlich ein, indem er mit einem Ziegelstein ein Fenster einschlug. Komplizen hatten zuvor über das iCloud-Konto des Opfers dessen Standort verfolgt und bestätigt, dass die Bewohner das Haus verlassen hatten.

Ferro eröffnete zudem mit einem gefälschten Ausweis ein betrügerisches Konto für eine digitale Zahlungskarte. Damit konnten seine Mittäter gestohlene Gelder in Nachtclubs und Geschäften ausgeben sowie in ihrem Auftrag Designerkleidung im Wert von mehr als 255.000 US-Dollar kaufen. Nachdem einer der Anführer der Bande im September 2024 inhaftiert worden war, wusch Ferro weiter Kryptowährung, um dessen Verteidigung zu finanzieren.

Bereits zuvor war der 22-jährige Evan Tangeman aus Newport Beach, Kalifornien, zu 70 Monaten Haft verurteilt worden, weil er Gelder aus demselben Krypto-Raub gewaschen hatte. Insgesamt wurden im September 2024 und im Mai 2025 vierzehn Verdächtige wegen einer RICO-Verschwörung angeklagt. Dabei ging es um mehr als 4.100 Bitcoin, zum damaligen Zeitpunkt über 230 Millionen US-Dollar wert, die über Mixing-Dienste und Kryptobörsen gewaschen wurden.

Die gestohlene Kryptowährung finanzierte einen aufwendigen Lebensstil: private Sicherheitsleute, Nachtclubbesuche von bis zu 500.000 US-Dollar pro Abend, internationale Reisen, hochwertige Uhren und Designerhandtaschen. Die Gruppe mietete zudem Häuser in den Hamptons, in Los Angeles und Miami für 40.000 bis 80.000 US-Dollar im Monat, Privatjets sowie einen Fuhrpark von mindestens 28 Fahrzeugen im Wert von 100.000 bis 3,8 Millionen US-Dollar.