Mit der Veröffentlichung von Chrome 148.0.7778.96 (Linux) und 148.0.7778.96/97 (Windows/macOS) hat Google umfangreiche Sicherheitspatches für seinen Browser freigegeben. Die Aktualisierung adressiert eine Vielzahl von Schwachstellen unterschiedlicher Schweregrade und unterstreicht die kontinuierliche Bedrohung durch Browser-basierte Angriffsvektoren.
Die drei kritischen Sicherheitslücken stehen im Fokus dieser Veröffentlichung. CVE-2026-7896 beschreibt einen Integer-Overflow-Fehler in der Blink-Rendering-Engine, der über eine manipulierte HTML-Seite zu Heap-Memory-Korruption führen kann. Ein externer Sicherheitsforscher erhielt für die Entdeckung dieser Schwachstelle eine Bugbounty von 43.000 Dollar. Die beiden weiteren kritischen Fehler – CVE-2026-7897 und CVE-2026-7898 – wurden von Googles internem Sicherheitsteam identifiziert und betreffen Use-After-Free-Bedingungen in den Mobile- und Chromoting-Komponenten.
Darüber hinaus behebt Chrome 148 über 30 Schwachstellen mit hohem Schweregrad. Diese erstrecken sich über zahlreiche Komponenten: ANGLE (3D-Grafik-Engine), SVG-Rendering, Document Object Model (DOM), Fullscreen-Funktionen, GPU-Virtualisierung, die Skia-Rendering-Engine sowie WebRTC-, ServiceWorker- und DevTools-Komponenten. Besonders hervorzuheben ist ein Out-of-Bounds-Read/Write-Fehler in der V8-JavaScript-Engine, für den das Projekt WhatForLunch 55.000 Dollar Bugbounty erhielt.
Die Palette der behobenen Fehlertypen reicht von Heap-Buffer-Overflow über Type Confusion bis hin zu unzureichender Eingabe-Validierung. Insgesamt wurden über 60 Medium-Severity- und mehrere Low-Severity-Sicherheitslücken gepatcht.
Für deutsche Unternehmen und Privatnutzer gilt: Chrome ist einer der weltweit meistgenutzten Browser und damit ein häufiges Angriffsziel. Cyberkriminelle nutzen Browser-Schwachstellen gezielt für Drive-by-Download-Attacken, Malware-Verteilung und Datendiebstahl. Die Menge und Kritikalität dieser Patches verdeutlichen die ständige Aufmerksamkeit, die Sicherheitsforschung erfordert. Google hat bereits 138.000 Dollar an externe Forscher ausbezahlt, wobei weitere Beträge noch ausstehen.
Das Update sollte unverhandelbar zeitnah eingespielt werden. Browser-Updates erfolgen oft automatisch; Nutzer können den Status unter Einstellungen > Über Chrome überprüfen.
