Kyle Edwards, 59 Jahre alt und aus North Carolina, hat sich vor einem US-Bundesgericht in mehreren Anklagepunkten für schuldig bekannt. Im Kern geht es um den Vorwurf, einen Richter des Obersten Gerichtshofs der USA gedoxxt zu haben: Edwards soll dessen Privatadresse auf einer Social-Media-Plattform öffentlich gemacht und das Leben des Richters bedroht haben. Welcher Richter betroffen ist, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt.

Nach Angaben des US-Justizministeriums beschränkte sich Edwards nicht auf eine einzelne Person. Auf derselben Plattform soll er zusätzlich die früheren Wohnadressen und die Wohngegenden zweier weiterer Richter des Supreme Court veröffentlicht haben.

Edwards räumte ein, geäußert zu haben, der Richter solle sich „kugelsichere Roben kaufen". Darüber hinaus rief er andere dazu auf, mehrere Richter „zu Holzkohle zu machen", wie aus der Mitteilung des Justizministeriums hervorgeht.

Das von Edwards für die Drohbotschaften genutzte Social-Media-Konto war öffentlich zugänglich. Laut Mitteilung zog es weitere Nutzer an, die ihrerseits Angriffe auf den Richter vorschlugen.

Edwards drohen für die Taten bis zu fünf Jahre Haft.

Der Fall verdeutlicht, welchen Gefahren öffentliche Amtsträger durch Doxxing ausgesetzt sind und wie einfach es geworden ist, sensible Informationen online zu finden. So veröffentlichte eine Hackergruppe namens „the Com" in diesem Zeitraum Berichten zufolge persönliche Daten von Hunderten Regierungsmitarbeitern.