Tom Parker könnte bald die Leitung der CISA übernehmen und damit eine monatelange Vakanz in dieser für die US-Cybersicherheit strategischen Position beenden. Der 20 Jahre im Cybersicherheitsbereich tätige Experte steht dem neuen Homeland-Security-Secretary zur Verfügung. Parker betont allerdings, dass er noch keine direkte Auseinandersetzung mit der Administration hatte, würde aber ein Gespräch über die Rolle willkommen heißen.
“Nachdem ich zwei Jahrzehnte lang an nationaler Cybersicherheitsstrategie, Politik und großangelegten Cyber-Operationen gearbeitet habe, würde ich gerne mit der Administration über die Stärkung der Sicherheit kritischer Infrastrukturen sprechen”, erklärt Parker. Er hebt dabei hervor, dass Gegner zunehmend ausgefeilte Angriffsmethoden, einschließlich KI-basierter Techniken, einsetzen.
Parkers Qualifikationen sind beeindruckend: Er war Executive bei IBM, gründete und verkaufte zwei Startups – FusionX (an Accenture 2010) und Hubble (an KKR/NetSPI 2024). Letzteres wurde von CrowdStrike und Accel finanziert. Zudem war er Chief Information Security Officer (CISO) bei der Versicherungsgruppe AIG Business. Sein Verständnis von Boardroom-Dynamiken könnte wertvoll für die Zusammenarbeit zwischen Privatsektor und CISA sein.
Kollegen loben Parkers Fähigkeit, komplexe Risiken verständlich zu erklären. Matt Devost, sein langjähriger Geschäftspartner, betont, dass Parker nach Red-Team-Übungen Board-Mitglieder in ihrer Sprache über Risiken informieren konnte. Dies könnte helfen, das Vertrauen zwischen Privatsektor und CISA wiederherzustellen – aktuell auf einem historischen Tiefstand.
Doch Parkers Bestätigung durch den Senat dürfte eine Herausforderung werden. Sein Vorgänger Sean Plankey zog sich nach 13 Monaten Konfirmationsprozess zurück, nachdem Senator Ron Wyden ihn blockierte, um Details zu Chinas Salt-Typhoon-Angriffen freizugeben.
Obwohl Parker kein klassischer Washington-Insider ist, hat er Regierungserfahrung: Er arbeitete für US-CERT, war im DHS-Cyber-Advisory-Committee unter George W. Bush tätig und half mit, das FedRAMP-Regelwerk für Bundessoftware zu entwickeln. Kritiker merken an, dass Regierungsarbeit andere Anforderungen als Unternehmensgeschwindigkeit verlangt – doch Parkers Lernfähigkeit wird von Beobachtern nicht angezweifelt.
