Die Geschichte der Zwillingsbrüder Sohaib und Muneeb Akhter reicht bis 2016 zurück. Damals wurden beide zu mehreren Jahren Haft verurteilt, weil sie unbefugt auf Systeme des US-Außenministeriums zugegriffen und die persönlichen Daten dutzender Kollegen sowie eines mit ihrem Fall befassten Bundespolizisten gestohlen hatten.
Nach Verbüßung ihrer Strafen kehrten beide in den Behördenumfeld zurück: Ein Unternehmen, das mit über 45 Bundesbehörden zusammenarbeitet und Daten auf Servern in Ashburn betreibt, stellte sie erneut als Auftragnehmer ein. Als der Arbeitgeber von Sohaib Akhters Verurteilung erfuhr, beendete er laut US-Justizministerium das Arbeitsverhältnis beider Brüder in einer Online-Fernbesprechung.
Unmittelbar nach der Kündigung sollen die Brüder versucht haben, ihrem Arbeitgeber und dessen Behördenkunden zu schaden. Laut Gerichtsunterlagen löschten sie innerhalb weniger Stunden rund 96 Regierungsdatenbanken, darunter sensible Ermittlungsdokumente mehrerer Bundesbehörden sowie Akten aus Anfragen nach dem Freedom of Information Act.
Vor der Löschung führten sie den Anklägern zufolge Befehle aus, um Änderungen an den betroffenen Datenbanken durch Dritte zu verhindern, und beseitigten anschließend Spuren ihres Vorgehens. Unmittelbar nachdem sie eine Datenbank des Department of Homeland Security gelöscht hatten, fragten sie demnach einen KI-Assistenten, wie sich Systemprotokolle bereinigen lassen. Außerdem sprachen die Männer darüber, ihr Haus mit Blick auf eine mögliche Durchsuchung durch die Strafverfolgung zu räumen, und löschten Firmen-Laptops, bevor sie diese an den Arbeitgeber zurückgaben.
Im November 2025 wurden Muneeb und Sohaib Akhter erneut angeklagt — wegen Zerstörung von Aufzeichnungen, schweren Identitätsdiebstahls, Computerbetrugs und Diebstahls von Regierungsinformationen.
„Wie im Prozess bewiesen wurde, beteiligte sich Akhter am unbefugten Zugriff auf geschützte Computersysteme, am Diebstahl von Zugangsdaten und an der Zerstörung von Regierungsdaten, die zahlreiche Bundesbehörden betrafen", erklärte Generalinspekteurin Jennifer L. Fain vom FDIC-OIG. Die gezielte Löschung von Datenbanken mit sensiblen Regierungsinformationen und die anschließenden Vertuschungsversuche zeigten eine offenkundige Missachtung der Sicherheit und Integrität föderaler Informationssysteme.
Sohaib Akhter soll am 9. September 2026 verurteilt werden; ihm droht eine Höchststrafe von 21 Jahren Haft. Seinem Bruder Muneeb Akhter drohen bis zu 45 Jahre — für zwei Fälle von Computerbetrug, Verschwörung zu Computerbetrug und Aktenvernichtung, zwei Fälle schweren Identitätsdiebstahls sowie Diebstahl von US-Regierungsunterlagen.
