RansomHouse veröffentlichte auf der eigenen Leak-Seite Screenshots, die einen Zugang zum Appliance-Management-System des Sicherheitsunternehmens belegen sollen. BleepingComputer konnte die Authentizität der gezeigten Daten nach eigenen Angaben nicht überprüfen. Laut der Gruppe ereignete sich der Einbruch am 17. April und führte zu einer Verschlüsselung von Daten.
Trellix hatte den Vorfall in einer Stellungnahme am 1. Mai bestätigt. „Trellix hat kürzlich einen unbefugten Zugriff auf einen Teil unseres Quellcode-Repositorys festgestellt. Nachdem wir davon erfahren hatten, haben wir umgehend mit führenden forensischen Experten an einer Lösung gearbeitet", erklärte das Unternehmen. Man habe zudem die Strafverfolgungsbehörden informiert. Nach bisherigem Stand der Untersuchung gebe es keine Hinweise darauf, dass der Veröffentlichungs- oder Verteilungsprozess des Quellcodes betroffen sei oder dass der Quellcode ausgenutzt worden wäre.
Zum Zeitpunkt der ersten Bestätigung blieb eine Anfrage von BleepingComputer nach Details unbeantwortet, und Trellix machte keine Angaben zu den Tätern. Auf eine erneute Anfrage nach der Bekennung durch RansomHouse teilte das Unternehmen mit, man sei sich der Behauptungen zur Urheberschaft bewusst und prüfe diese.
RansomHouse trat 2022 zunächst als reine Datenerpressungs-Operation in Erscheinung. Die Gruppe führt ihre Opfer auf einem Darkweb-Portal auf und veröffentlicht oder verkauft Daten, die aus Unternehmensnetzwerken gestohlen wurden. Im Lauf der Zeit erweiterte sie ihr Werkzeugarsenal um anspruchsvollere Verschlüsselungswerkzeuge. Dazu zählt „Mario", das Zieldateien in einem doppelten Durchlauf mit zwei Schlüsseln verschlüsselt, sowie „MrAgent", das die Verteilung von Verschlüsselungssoftware auf VMware-ESXi-Hypervisoren automatisiert.
Zu den jüngeren prominenten Fällen der Gruppe zählt der Angriff auf den japanischen E-Commerce-Konzern Askul Corporation, bei dem RansomHouse neben weiteren sensiblen Informationen 740.000 Kundendatensätze erbeutete.
Die Untersuchung bei Trellix dauert weiter an. Das Unternehmen hatte zugesagt, weitere Einzelheiten mitzuteilen, sobald diese vorliegen.
