Als zentrale Einfallstore für die Einbrüche in die Steuerungssysteme nennt die ABW zwei Schwachpunkte: schwache Passwortrichtlinien sowie Systeme, die direkt mit dem Internet verbunden sind. Beides sind seit Langem bekannte Versäumnisse bei der grundlegenden Absicherung von OT-Umgebungen. Dieselben Schwächen wurden dem Bericht zufolge kürzlich auch bei einem mit Russland in Verbindung gebrachten Angriff auf polnische Energieanlagen ausgenutzt.

Über die Wasserwerke hinaus dokumentierte die Behörde eine Zunahme von Angriffen auf Lieferketten, kritische Infrastruktur und Steuerungssysteme weiterer kommunaler Versorgungsbetriebe. Dazu zählen unter anderem Kläranlagen und Anlagen zur Abfallverbrennung.

Bei den Angriffen auf Lieferketten hatten es die Täter laut den Ermittlern gezielt auf Vertragsdaten, Projektunterlagen und Zugangsdaten abgesehen. Solche Anmeldedaten ermöglichen den weiterführenden Zugriff auf nachgelagerte Systeme.

Die Hauptverantwortung schreibt die ABW hacktivistischen Gruppen zu. Häufig handle es sich dabei jedoch um Tarnidentitäten ausländischer Regierungen, insbesondere russischer Nachrichtendienste. Namentlich nennt der Bericht die russischen APT-Gruppen APT28 und APT29 sowie die mit Belarus in Verbindung gebrachte Gruppe UNC1151, die gegen polnische Ziele vorgehen.