Bill bekannte sich schuldig, beim „Unterhalten oder Betreiben von Kingdom durch die Bereitstellung oder Beschaffung von Web-Administrationsdiensten" mitgewirkt zu haben. Für seine Tätigkeit erhielt er Geld von Kingdom Market: Er legte Foren-Seiten auf anderen Social-Media-Plattformen an und veröffentlichte Beiträge im Namen des Marktplatzes. Zudem vermittelte er einzelne Transaktionen und wurde in Kryptowährung bezahlt.
Nach Darstellung der Anklage zeigten die bei den Razzien in Deutschland beschlagnahmten Server mehr als 1.500 Verkäufe von Heroin und 600 Verkäufe von Oxycodon – Bill wusste den Ermittlern zufolge, dass sämtliche dieser Substanzen mit Fentanyl gestreckt waren. Gerichtsdokumenten zufolge konnten Bundesermittler über die Seite eine Reihe von Drogen sowie einen gefälschten US-Reisepass erwerben. Bei seiner Festnahme stellte die Polizei elektronische Geräte sicher, die seine Verstrickung in Kingdom Market belegten.
„Alan Bill half dabei, einen Darknet-Markt zu betreiben, der gestohlene Identitäts- und Finanzdaten, Falschgeld und illegale Drogen verkaufte, darunter gefälschte verschreibungspflichtige Medikamente mit Fentanyl", erklärte US-Staatsanwalt Thomas Albus.
Die deutsche Polizei fand bei der Abschaltung nach eigenen Angaben tausende Kundenkonten und mehrere hundert Verkäuferkonten. Die Betreiber akzeptierten die Kryptowährungen Bitcoin, Litecoin, Monero und Zcash und behielten für die Abwicklung der Verkäufe illegaler Waren eine Provision von 3 Prozent ein.
An der Abschaltung von Kingdom Market arbeiteten US-Behörden eng mit Deutschland zusammen, beteiligt waren außerdem Polizeikräfte aus der Schweiz, Moldau und der Ukraine.
Bei der Anhörung zur Strafzumessung am Donnerstag versuchte Bill laut US-Justizministerium, seine Rolle kleinzureden. Der zuständige Bundesrichter Cristian Stevens hielt dem entgegen, die Beweislage zeige, dass Bill eine zentrale Führungsfigur des Marktplatzes gewesen sei. „Es ist kaum vorstellbar, wie viel Leid die Taten des Angeklagten verursacht haben", sagte Stevens.
