Wie das US-Justizministerium mitteilte, sprach eine Jury am Donnerstag Sohaib Akhter in mehreren Anklagepunkten schuldig: Verschwörung zum Computerbetrug, Passworthandel sowie unerlaubter Waffenbesitz einer dafür nicht berechtigten Person.

Den Ausgangspunkt der Taten bildete laut Anklage ein gestohlenes Passwort. Akhter soll seinem Zwillingsbruder Muneem, der beim selben Unternehmen arbeitete, das Passwort einer Person übergeben haben, die bei der Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) eine Diskriminierungsbeschwerde eingereicht hatte. Auf das E-Mail-Konto dieser Person wurde danach ohne deren Einverständnis zugegriffen.

Kurz nach dem Vorfall erfuhr Akhters Arbeitgeber, dass dieser bereits zuvor wegen Verbrechen verurteilt worden war, und entließ sowohl ihn als auch seinen Bruder. Nach den Kündigungen hätten die Brüder versucht, ihrem früheren Arbeitgeber und dessen Kunden aus der US-Regierung zu schaden, so die Anklage: Sie hätten sich unbefugt Zugang zu Computern verschafft, Datenbanken schreibgeschützt, Datenbanken gelöscht und Spuren ihrer rechtswidrigen Aktivitäten beseitigt.

In den Anklageschriften wird der Arbeitgeber nicht namentlich genannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat das Unternehmen seinen Sitz in Washington, D.C., und stellt Softwaredienste für mehr als 45 US-Bundesbehörden bereit, darunter die EEOC.

Der Termin für die Strafzumessung ist der 9. September. Akhter drohen bis zu 21 Jahren Haft. Bereits 2015 hatte er sich in einem Bundesverfahren schuldig bekannt – unter anderem wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug, wegen Verschwörung zum unbefugten Zugriff auf einen geschützten Computer und wegen Verschwörung zum unbefugten Zugriff auf einen Regierungscomputer. Damals verbrachte er zwei Jahre im Gefängnis.