TON ist ein dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk, das ursprünglich rund um das Telegram-Ökosystem entwickelt wurde. Es erlaubt Geräten, über ein verschlüsseltes Overlay-Netz mit dem Web zu kommunizieren, statt über öffentlich exponierte Internet-Server. Anstelle einer gewöhnlichen Domain verwendet TON eine 256-Bit-Kennung, die IP-Adresse und Kommunikationsport verbirgt.
Genau darin liegt aus Sicht von ThreatFabric die Schwierigkeit für die Verteidigung. „Klassische Domain-Takedowns sind weitgehend wirkungslos, weil die Endpunkte des Betreibers nicht auf der öffentlichen DNS-Hierarchie beruhen, sondern als TON-.adnl-Identitäten existieren, die innerhalb des Overlay-Netzwerks selbst aufgelöst werden", erklären die Forscher. Die Erkennung anhand von Verkehrsmustern an der Netzwerkgrenze sehe nur TON-Datenverkehr, der verschlüsselt und nicht von dem ausgehenden Datenstrom anderer TON-fähiger Anwendungen zu unterscheiden sei.
TrickMo ist modular aufgebaut und folgt einem zweistufigen Design: Eine Host-APK dient als Loader und sorgt für die dauerhafte Verankerung auf dem Gerät, während ein zur Laufzeit nachgeladenes APK-Modul die eigentlichen Angriffsfunktionen umsetzt.
Funktional greift die Malware Banking-Zugangsdaten über Phishing-Overlays ab. Hinzu kommen Keylogging, Bildschirmaufzeichnung und Live-Übertragung des Bildschirms, das Abfangen von SMS, das Unterdrücken von OTP-Benachrichtigungen, Manipulation der Zwischenablage, Filterung von Benachrichtigungen sowie das Anfertigen von Screenshots. Die neue Variante ergänzt diesen Funktionsumfang laut ThreatFabric um weitere Befehle und Fähigkeiten.
Daneben stießen die Forscher auf das Hooking-Framework Pine, das zuvor zum Abfangen von Netzwerk- und Firebase-Operationen genutzt wurde. Derzeit ist es jedoch inaktiv, da keine Hooks installiert sind. Ähnlich verhält es sich mit NFC: TrickMo deklariert umfangreiche NFC-Berechtigungen und meldet entsprechende Fähigkeiten in der Telemetrie, doch eine aktive NFC-Funktion fanden die Forscher nicht.
Android-Nutzern wird geraten, Software nur über Google Play zu beziehen, die Zahl installierter Apps zu begrenzen, ausschließlich Anwendungen seriöser Anbieter zu verwenden und Play Protect dauerhaft aktiviert zu lassen.
