Das Checkmarx Jenkins AST Plugin ist ein zentrales Integrationswerkzeug für DevSecOps-Teams, das automatisierte Sicherheitsscans direkt in Build-Pipelines einbettet. Der Angriff zeigt, wie Hacker gezielt die Vertrauenskette von Softwareentwicklung infiltrieren – mit potenziell massiven Konsequenzen für all jene Organisationen, die das manipulierte Plugin installiert haben.
Checkmarx forderte Nutzer dazu auf, sofort auf die sichere Version 2.0.13-829 zu wechseln, die im Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Über das Wochenende rollte das Unternehmen zwei neue Versionen aus. Die aktuelle, sichere Version 2.0.13-848.v76e89de8a_053 steht nun auf GitHub und in der Jenkins Marketplace zur Verfügung.
Der aktuelle Vorfall ist Teil einer Serie von Kompromittierungen, die Checkmarx seit März heimsucht. Alles begann mit dem Trivy Supply-Chain-Angriff, bei dem die Hackergruppe TeamPCP Zugriff auf Checkmarx-Repositories erlangten und bösartige Artefakte einschleusten. Im April folgte eine zweite Welle manipulierter Dateien, möglicherweise durch andauernden oder erneuerten Zugriff.
Ein weiterer Schlag folgte, als die berüchtigte Lapsus$-Gruppe öffentlich Daten aus Checkmarx-Repositories veröffentlichte. Das Unternehmen bestätigte später, dass diese Daten bereits im März über die Trivy-Supply-Chain-Kompromittierung gestohlen wurden.
Dieser mehrstufige Angriff illustriert ein zunehmendes Problem in der Softwarebranche: Einmal infiltrierte Entwickler-Infrastrukturen bieten Angreifern langfristigen Zugang und zahlreiche Möglichkeiten, Schaden anzurichten. Für deutsche Unternehmen verschärft sich die Situation durch die DSGVO-Meldepflicht und potenzielle Bußgelder bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes bei Datenschutzverletzungen.
Sicherheitsexperten empfehlen Organisationen, ihre Plugin-Versionen regelmäßig zu überprüfen, Integrationen auf verdächtige Verhaltensweisen zu monitoren und Supply-Chain-Risiken strukturiert zu managen. Das BSI hat solche Vorfälle in seinen Cybersecurity-Warnungen bereits mehrfach thematisiert und Unternehmen zur erhöhten Wachsamkeit aufgefordert.
