Crimenetwork war im Dezember 2024 nach mehr als zwölf Jahren Betrieb erstmals zerschlagen worden. Damals galt die Plattform als der größte deutschsprachige Kriminalitätsmarktplatz. Das Original zählte nach Angaben der Ermittler über 100.000 Käufer und 100 Verkäufer.
Bereits wenige Tage nach der Abschaltung wurde der Marktplatz auf neu aufgebauter Infrastruktur wiederbelebt. Seither wuchs die zweite Ausgabe auf mehr als 22.000 Nutzer und über 100 Verkäufer an. Die Mehrheit der Nutzer dürfte nach Einschätzung der Polizei deutschsprachig sein.
Wie schon beim Vorgänger konnten Kriminelle über die Plattform verschiedene illegale Waren und Dienstleistungen handeln, darunter gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente. Die Bezahlung erfolgte in Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Monero. Sichergestellte Beweismittel deuten nach Angaben der Strafverfolger darauf hin, dass Crimenetwork Einnahmen von mehr als 3,6 Millionen Euro (über 4,2 Millionen US-Dollar) erzielte.
Beim ursprünglichen Crimenetwork schätzten die Ermittler seinerzeit, dass zwischen 2018 und 2024 mehr als 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährung über die Plattform geflossen sind.
Im Zuge des jüngsten Vorgehens nahmen die spanischen Behörden auf Mallorca einen 35-jährigen deutschen Staatsbürger fest, der im Verdacht steht, der Administrator des Marktplatzes gewesen zu sein. Zudem beschlagnahmten die Strafverfolger unmittelbar mit Crimenetwork verbundene Vermögenswerte in Höhe von 194.000 Euro (rund 228.000 US-Dollar).
Darüber hinaus sicherten die Ermittler nach Angaben der deutschen Polizei „umfangreiche Nutzer- und Transaktionsdaten". Diese sollen ausgewertet werden, um weitere Erkenntnisse über die kriminellen Strukturen hinter der Plattform zu gewinnen.
