Das Pentagon hat Anthropic nach gescheiterten Verhandlungen zur militärischen Nutzung von Claude als Supply-Chain-Risiko eingestuft. Der KI-Anbieter weigert sich, seine Sicherheitsvorkehrungen gegen Massenüberwachung und autonome Waffen aufzugeben.
Anthropic wehrt sich massiv gegen die Entscheidung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, das KI-Unternehmen als “Supply-Chain-Risiko” für das Pentagon einzustufen. Der Konflikt entstand nach monatelangen Verhandlungen, die an zwei zentralen Forderungen des Unternehmens scheiterten: Anthropic lehnt ab, sein KI-Modell Claude für Massenüberwachung von Amerikanern oder vollständig autonome Waffensysteme zur Verfügung zu stellen.
In einer scharfen Stellungnahme machte Anthropic deutlich: “Keine Einschüchterung oder Bestrafung durch das Verteidigungsministerium wird unsere Position zu Massenüberwachung und autonomen Waffen ändern.”
Präsident Donald Trump ordnete daraufhin an, dass alle US-Bundesbehörden die Anthropic-Technologie innerhalb von sechs Monaten einstellen sollen. Hegseth verschärfte die Maßnahmen durch ein sofortiges Verbot für alle Pentagon-Auftragnehmer und -Partner, mit Anthropic Geschäfte zu treiben.
Das Pentagon begründet seine Position mit dem Anspruch, KI-Systeme für “alle lawful uses” ohne Sicherheitsvorkehrungen einsetzen zu können. Ein interner Memo des Verteidigungsministeriums kritisiert explizit “ideologisches Tuning” von KI-Modellen, das objektive Antworten beeinträchtigen könnte.
Anthropics Gegenperspektive: Das Unternehmen betont, dass Massenüberwachung mit demokratischen Werten unvereinbar ist und novel Risiken für fundamentale Freiheitsrechte mit sich bringt. Gleichzeitig signalisiert Anthropic Offenheit für legitime Geheimdienstmissionen und Gegenspionage.
Das Unternehmen kritisiert die Pentagon-Entscheidung als rechtlich fragwürdig und warnt vor gefährlichen Präzedenzfällen für amerikanische Unternehmen, die mit der Regierung verhandeln. Die Einstufung als Supply-Chain-Risiko gemäß 10 USC 3252 beschränke sich zudem auf DoD-Verträge und beeinflusse nicht Claudes Nutzung für andere Kunden.
Pentagon-Sprecher Sean Parnell konterte: Das Ministerium habe kein Interesse an Massenüberwachung oder autonomen Waffen ohne menschliche Kontrolle. “Wir fordern nur, dass das Pentagon Anthropics Modell für alle legalen Zwecke nutzen kann”, sagte Parnell.
Der Streit spaltet die Tech-Branche. Hunderte Mitarbeiter bei Google und OpenAI unterzeichneten einen offenen Brief zur Unterstützung Anthropics. Allerdings positionierte sich xAI-CEO Elon Musk gegen das Unternehmen und beschuldigte es, “westliche Zivilisation zu hassen”.
In Kontrast dazu vermeldete OpenAI-Chef Sam Altman, dass OpenAI mit dem Pentagon eine Vereinbarung zur Deployment von KI-Modellen in klassifizierten Netzwerken getroffen hat. Altman appelliert an das DoD, diese Bedingungen – inklusive Verboten von Massenüberwachung und autonomen Waffensystemen – auf alle KI-Unternehmen auszuweiten.
Quelle: The Hacker News