Die schwerwiegendste Lücke betrifft SAP Commerce Cloud und wird unter CVE-2026-34263 geführt. Ursache ist laut SAP eine fehlerhafte Spring-Security-Konfiguration. Sie erlaubt es einem nicht authentifizierten Nutzer, eine manipulierte Konfiguration hochzuladen und Code einzuschleusen. Im Ergebnis lasse sich beliebiger Code serverseitig ausführen, was sich erheblich auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Anwendung auswirke.

Die zweite kritische Schwachstelle, CVE-2026-34260, ist eine SQL-Injection-Lücke, die sich mit geringem Aufwand und nur einfachen Berechtigungen ausnutzen lässt. Nach Darstellung von SAP fügt die Anwendung schädliche Benutzereingaben direkt in SQL-Abfragen ein, die anschließend ohne ausreichende Prüfung oder Bereinigung an die Datenbank weitergereicht werden. Im Erfolgsfall könne ein Angreifer unbefugt auf sensible Datenbankinhalte zugreifen und die Anwendung womöglich zum Absturz bringen. Betroffen seien Vertraulichkeit und Verfügbarkeit, während die Integrität unberührt bleibe.

Neben den beiden kritischen Lücken nennt der Sicherheitshinweis für Mai 2026 eine weitere hochgradig eingestufte Schwachstelle sowie elf Probleme mittleren Schweregrads. Dazu zählen unter anderem Command Injection, fehlende Berechtigungsprüfungen, Cross-Site-Scripting (XSS), Cross-Site-Request-Forgery (CSRF) und Denial-of-Service.

SAP hat nach eigenen Angaben keine Belege dafür gefunden, dass die nun behobenen Schwachstellen bereits ausgenutzt wurden. Die US-Behörde CISA hat in den vergangenen Jahren jedoch 14 SAP-Schwachstellen in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen, darunter zwei, die in Ransomware-Angriffen missbraucht wurden. Zuletzt wurden mehrere offizielle SAP-npm-Pakete im Rahmen eines Supply-Chain-Angriffs kompromittiert, der darauf abzielte, Zugangsdaten und Authentifizierungstoken von Entwicklersystemen abzugreifen.

Als weltweit größter Anbieter von Unternehmenssoftware zählt der deutsche Konzern nach eigenen Angaben 99 der 100 größten Unternehmen weltweit zu seinen Kunden und wies für das Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als 36 Milliarden Euro aus.