Der mutmaßliche Tatzugang führte über die Firma des Vaters: Command Services & Support (CMDSS) aus Virginia verwaltet seit Oktober 2024 im Auftrag des U.S. Marshals Service beschlagnahmte digitale Vermögenswerte und übernimmt deren Verwertung. Zu diesen Beständen gehören Berichten zufolge auch Gelder aus dem Bitfinex-Hack von 2016 – einem der größten Kryptowährungsdiebstähle überhaupt, bei dem 120.000 Bitcoin von der in Hongkong ansässigen Börse Bitfinex entwendet wurden.
Öffentlich aufgedeckt hat den Fall der Blockchain-Ermittler ZachXBT. Ende Januar veröffentlichte er eine Analyse, die Bewegungen von 23 Millionen Dollar auf USMS-verbundenen Wallets zu Adressen zurückverfolgte, die er Daghita zuordnete. Laut Patel ist Daghita ebenfalls ein US-Regierungsauftragnehmer.
Nach Darstellung von ZachXBT enttarnte sich Daghita versehentlich selbst – im Verlauf eines Streits mit einem anderen Akteur, der unter dem Namen Dritan Kapplani Jr. bekannt ist. In einem aufgezeichneten privaten Telegram-Chat führte Daghita vor, wie er in Echtzeit große Summen zwischen zwei Krypto-Wallets verschieben konnte.
Weitere On-Chain-Analysen ermöglichten es dem Ermittler anschließend, diese Wallets mit den vom Staat beschlagnahmten Vermögenswerten aus dem Bitfinex-Hack zu verknüpfen. Nachdem ZachXBT seine Erkenntnisse den Behörden gemeldet hatte, soll Daghita ihn auf Telegram mehrfach verhöhnt haben: Er schickte kleine Beträge der mutmaßlich gestohlenen Gelder an ZachXBTs öffentliche Wallet-Adresse – eine Methode, die als “Dust Attack” bezeichnet wird.
“Ende Januar 2026 habe ich aufgedeckt, wie John über 46 Millionen Dollar an beschlagnahmten Krypto-Vermögenswerten von der US-Regierung gestohlen hat, indem er seinen Zugang bei CMDSS missbrauchte, der Firma seines Vaters, die einen USMS-Vertrag hielt”, erklärte ZachXBT nach der Festnahme. Daghita habe ihn daraufhin mehrfach über seinen Telegram-Kanal verspottet und seine öffentliche Wallet-Adresse mit gestohlenen Geldern per Dust Attack attackiert.
Die Festnahme erfolgte nach Angaben von FBI-Direktor Kash Patel in der Nacht auf der Insel Saint Martin durch die Spezialeinheit der französischen Gendarmerie in gemeinsamer Operation mit dem FBI. Auf Fotos vom Zugriff ist zu sehen, dass die Beamten neben Bargeld in 100-Dollar-Scheinen auch mehrere Festplatten und Sicherheitsschlüssel sicherstellten.
