Den deutlichsten Akzent setzt Google beim Schutz vor betrügerischen Bank-Anrufen. Künftig soll Android gemeinsam mit Banking-Apps erkennen, wenn Betrüger über gefälschte Rufnummern als Finanzinstitut auftreten, und die Verbindung bei einem erkannten Betrug automatisch beenden. Die Echtheitsprüfung erfolgt über App-Abfragen und einen Abgleich der Anrufernummer mit einem internen, von den Banken bereitgestellten Datenbestand. Zum Start wird die Funktion von den Apps von Revolut, der brasilianischen Bank Itaú Unibanco und der lateinamerikanischen Digitalbank Nubank unterstützt. Google kündigt an, sie über Android 17 hinaus auch auf Geräten ab Android 11 verfügbar zu machen.
Erweitert wird zudem die Funktion Live Threat Detection, eine Anti-Stalkerware-Komponente, die über Play Protect das Verhalten von Apps analysiert und das Risiko bewertet. Sie soll künftig weitere Missbrauchstechniken erkennen, darunter den Missbrauch von SMS-Weiterleitung, versteckte Bedienungshilfen-Overlays, Apps, die ihr Symbol verbergen oder verändern, sowie schädliche Hintergrundstarts.
Auch die seit Android 16 verfügbare Geräteschutzfunktion Advanced Protection wird ausgebaut. Sie beschränkt den Zugriff auf Bedienungshilfen-Dienste künftig auf Apps, die ausdrücklich als solche Werkzeuge gekennzeichnet sind, deaktiviert das Entsperren von Gerät zu Gerät, schaltet die WebGPU-Unterstützung in Chrome ab und ergänzt eine Betrugserkennung für Chat-Benachrichtigungen.
Gegen Gerätediebstahl erweitert Google die Funktion „Als verloren markieren": In Android 17 lässt sich ein Telefon zusätzlich zum Geräte-Passcode oder einer PIN auch per biometrischer Authentifizierung sperren. Diebe können die Ortung dann nicht mehr deaktivieren oder erneut auf das Gerät zugreifen, selbst wenn sie den Passcode oder die PIN zum Entsperren kennen. Sobald ein Gerät als verloren markiert ist, wird das Schnelleinstellungs-Menü gesperrt und WLAN- sowie Bluetooth-Verbindungen werden deaktiviert.
Laut Google steht die Diebstahlschutz-Funktion in ausgewählten Märkten – darunter Argentinien, Chile, Kolumbien, Mexiko und das Vereinigte Königreich – auf Smartphones ab Android 10 zur Verfügung.
Wie schnell die einzelnen Neuerungen tatsächlich ankommen, dürfte stark variieren: Einige Funktionen wie die Betriebssystem-Verifizierung erscheinen zunächst auf Pixel-Geräten oder bleiben neueren Modellen vorbehalten, während andere von den Geräteherstellern übernommen werden können.
