Ein Mitarbeiter eines Foxconn-Werks in Wisconsin schilderte gegenüber DysruptionHub, dass es am Freitag zu WLAN-Problemen kam und Beschäftigte wegen der Netzwerkausfälle nach Hause geschickt wurden. Rechner funktionierten nicht, sodass die Angestellten mehrere Aufgaben mit Zettel und Stift erledigen mussten. Foxconn bestätigte dem Nachrichtenportal damals, dass es mit technischen Problemen zu kämpfen habe und Notfallmechanismen aktiviert worden seien.
Zur reklamierten Tat erklärte die Nitrogen-Bande, sie habe 8 Terabyte an Daten sowie Millionen von Dateien gestohlen, die unter anderem technische Informationen mehrerer bekannter Technologiekonzerne enthielten. Wie viele der nordamerikanischen Standorte konkret betroffen waren, ließ Foxconn offen.
Foxconn ist nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 258,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 der weltgrößte Auftragsfertiger von Elektronik und stellt Produkte für Unternehmen wie Apple, Google, Microsoft und Cisco her. Der Konzern wurde über die Jahre hinweg mehrfach von Ransomware-Gruppen ins Visier genommen.
So griff die LockBit-Bande 2024 Foxconns Halbleitersparte an. Dieselbe Gruppierung attackierte 2022 die mexikanischen Fertigungswerke des Konzerns, und bereits 2020 hatte eine andere Ransomware-Gruppe weitere Standorte in Mexiko getroffen.
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Nitrogen-Schadsoftware mit einem Baukasten erstellt wurde, der auf der inzwischen aufgelösten Conti-Ransomware basiert. Forscher von Barracuda Networks beschrieben Nitrogen als eine raffinierte, finanziell motivierte Bedrohungsgruppe, die erstmals 2023 als Entwickler und Betreiber von Schadsoftware in Erscheinung getreten sei.
