Die Verhaftung von Owe Martin Andresen markiert einen Meilenstein in der internationalen Verfolgung von Dark-Web-Kriminalität. Dream Market war von 2013 bis 2019 einer der größten illegalen Marktplätze im Internet und ermöglichte den Verkauf enormer Mengen an Drogen: 90 Kilogramm Heroin, 450 Kilogramm Kokain, 36 Kilogramm Fentanyl und weitere Substanzen. Der Marktplatz war über das Tor-Netzwerk erreichbar und nutzte Kryptowährungen für Transaktionen, um Anonymität zu gewährleisten. Auf seinem Höhepunkt listete Dream Market über 100.000 illegale Angebote.
Nach Ermittlungen der FBI, DEA und weiterer US-Behörden zwischen 2016 und 2022 konnte der Hauptadministrator lange Zeit nicht identifiziert werden. Ein Wendepunkt kam, als Andresen im späten 2022 erstmals auf die Kryptowährungs-Wallets zugriff, die Millionen an Provisionen aus illegalen Geschäften enthielten. Statt die Gelder liegen zu lassen, versuchte er, diese zu waschen.
Andresen nutzte eine ausgefeilte Methode: Er kaufte Goldbarren von einem Unternehmen in Atlanta und ließ diese nach Deutschland versenden. Zwischen August 2023 und April 2025 wusch er auf diese Weise etwa 2 Millionen Dollar. Bei der Razzia fanden die Ermittler 1,7 Millionen Dollar Goldbarren sowie weitere 1,2 Millionen Dollar in Bank- und Kryptowährungskonten in Andresen’s Namen.
US-Staatsanwalt Theodore Hertzberg betonte: “Andresen wird sowohl in Deutschland als auch in den USA verfolgt.” Der Fall zeigt die Effizienz internationaler Ermittlungen und unterstreicht, dass selbst Jahre nach dem Abschalten illegaler Marktplätze die strafrechtliche Verfolgung fortbesteht. Andresen ist der dritte hochrangige Administrator eines Dark-Web-Marktplatzes, der kürzlich durch deutschamerikanische Zusammenarbeit gefasst wurde – ein Signal für andere Cyberkriminelle, dass geografische Grenzen kein Schutz vor Verfolgung bieten.
