DatenschutzHackerangriffe

EU plant Mindestalter für Social Media: Von der Leyen kündigt strengere Regeln für Kinder an

EU plant Mindestalter für Social Media: Von der Leyen kündigt strengere Regeln für Kinder an
Zusammenfassung

Die Europäische Kommission signalisiert verstärkt ihre Absicht, den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu sozialen Medien rechtlich zu regulieren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, dass eine Expertengruppe in den kommenden Wochen Empfehlungen vorlegen wird, wie die Europäische Union Minderjährige besser vor den Risiken digitaler Plattformen schützen kann. Von der Leyen deutete an, dass bereits im Sommer ein Gesetzesvorschlag folgen könnte, der ein Mindestalter für den Zugang zu sozialen Medien festlegt. Diese Initiative kommt nicht überraschend: Mehrere europäische Länder wie Spanien, Frankreich, Dänemark und die Niederlande prüfen bereits Alterverifikationssysteme oder setzen diese um. Parallel arbeitet die Kommission an einem erweiterten Digital Fairness Act, der suchterzeugende Designmechanismen auf Plattformen wie Meta unterbinden soll. Für deutsche Nutzer, Unternehmen und Behörden ist dieser regulatorische Trend bedeutsam, da ein EU-weiter Standard Fragmentierung verhindert und die Compliance-Anforderungen für Tech-Konzerne erheblich verschärfen könnte. Die geplanten Maßnahmen reflektieren die wachsende Besorgnis über die psychologischen und sozialen Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen.

Die Ankündigung von der Leyens unterstreicht einen Kurswechsel in der europäischen Tech-Regulierung. Während die USA bisher primär auf Selbstregulierung der Plattformen setzen, positioniert sich die EU als Gestalter strenger gesetzlicher Rahmen. Das ist auch für deutsche Unternehmen und Behörden relevant, die bereits unter der DSGVO umfangreiche Datenschutzpflichten erfüllen – eine Digital Fairness Act würde diese noch erweitern.

Von der Leyen betonte in ihrer Rede auf einer Konferenz in Kopenhagen, dass die rasante technologische Entwicklung längst nicht mehr ignoriert werden kann. Sie beschrieb die Situation drastisch: “Wir erleben die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der Technologie voranschreitet – und wie sie in jeden Winkel der Kindheit und Jugend eindringt.” Dies ist keine abstrakte Kritik: Meta, das unter anderem Instagram und WhatsApp betreibt, wird derzeit von der EU-Kommission wegen möglicher Verstöße gegen die Digital Services Act untersucht, insbesondere bezüglich des Schutzes Minderjähriger und der Nutzung süchtig machender Design-Features.

Der geplante Digital Fairness Act wird gezielt auf problematische Geschäftspraktiken abzielen, die von Experten lange kritisiert wurden: Aufmerksamkeitsverschaffung durch manipulative Algorithmen, unverständliche Verträge und Abonnement-Fallen, die Benutzer in kostenpflichte Dienste locken. “In Europa muss Sicherheit von Anfang an vorhanden sein, nicht als Nachgedanke hinzugefügt”, so von der Leyen.

Schon mehrere europäische Länder haben ähnliche Schritte eingeleitet. Spanien, Griechenland, Norwegen, Frankreich, Dänemark, die Türkei und die Niederlande evaluieren oder implementieren bereits Altersverifikationsprotokolle. Experten sehen von der Leyens Aussagen als Signal für koordinierte EU-weite Maßnahmen statt fragmentierter nationaler Regelungen.

Die Bedeutung für Deutschland liegt auch darin, dass der BSI und der Bundesdatenschutzbeauftragte solche EU-Initiativen begrüßen dürften. Die DSGVO-Bußgeldregelungen bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes würden durch strengere Design-Anforderungen ergänzt. Tech-Konzerne müssen sich auf erhebliche Compliance-Anforderungen einstellen – ein weiteres Zeichen für die wachsende regulatorische Kraft der EU.