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Geldwäsche im Darknet: Verdächtiger Dream-Market-Admin in Deutschland verhaftet

Geldwäsche im Darknet: Verdächtiger Dream-Market-Admin in Deutschland verhaftet
Zusammenfassung

Ein international agierender Krimineller ist in Deutschland verhaftet worden und soll als Hauptadministrator des Dark-Web-Marktplatzes Dream Market fungiert haben. Der 49-jährige Owe Martin Andresen wurde von einem US-Bundesgericht wegen internationaler Geldwäsche angeklagt und könnte bis zu 20 Jahre Gefängnis erhalten. Dream Market war nach der Abschaltung von AlphaBay und Hansa zeitweise der größte illegale Online-Marktplatz im Darknet und ermöglichte den Handel mit enormen Mengen an Drogen – insgesamt über 450 Kilogramm Kokain, 90 Kilogramm Heroin und weitere illegale Substanzen, bis die Plattform 2019 vom Netz genommen wurde. Andresen soll unter dem Pseudonym „Speedstepper" tätig gewesen sein und erst Millionen Dollar in Millionen Dollar aus stillgelegten Kryptowallet-Adressen gestohlen haben, bevor er die Gelder zwischen 2023 und 2025 in Gold und andere Assets umwandelte. Deutsche Behörden beschlagnahmten bei einer Durchsuchung seines Hauses etwa 1,7 Millionen Euro in Goldbarren sowie über 23.000 Euro in bar. Die Verfolgung zeigt, wie intensiv internationale Strafverfolgungsbehörden gegen Darknet-Kriminelle vorgehen und welche Bedeutung die transatlantische Zusammenarbeit für die Bekämpfung von Cyberkriminalität hat.

Dream Market war einer der größten illegalen Marktplätze im Darknet. Die Plattform wurde im November 2013 gegründet und diente als Handelsplatz für illegale Waren und Dienstleistungen. Nachdem andere große Marktplätze wie Hansa und AlphaBay vom FBI und niederländischen Behörden beschlagnahmt wurden, wuchs Dream Market zur führenden Plattform heran – zeitweise mit fast 100.000 Angeboten gleichzeitig.

Dem US-Justizministerium zufolge erleichterte Dream Market den Verkauf massiver Mengen an Drogen: über 450 Kilogramm Kokain, 90 Kilogramm Heroin, 45 Kilogramm Methamphetamin, 25 Kilogramm Crack-Kokain, 13 Kilogramm Oxycodon und 36 Kilogramm Fentanyl – bis zur Plattformabschaltung im Jahr 2019.

Andresen soll unter dem Nickname “Speedstepper” als Hauptadministrator operiert haben – eine Identität, die Ermittler trotz früherer Verhaftungen von anderen hochrangigen Operatoren lange nicht aufklären konnten. Der Durchbruch gelang, als Andresen im November und Dezember 2022 auf ruhende Krypto-Wallets von Dream Market zugriff und Millionen Dollar an Provisionsgewinnen auf neue Wallets transferierte – eine Aktion, die nur jemand mit Zugriff auf die ursprünglichen Private Keys ausführen konnte.

Das Geldwäsche-Schema wurde später ausgefeilter: Im August 2023 nutzte Andresen einen Kryptowährungsdienstleister in Atlanta, Georgia, um Goldbarren von internationalen Anbietern zu kaufen und diese an seine deutsche Adresse liefern zu lassen. Deutsche Ermittler dokumentierten zusätzliche Geldwäsche-Transaktionen zwischen August 2023 und April 2025. Insgesamt soll Andresen über zwei Millionen Dollar gewaschen haben.

Bei Razzien an sieben Orten am 7. Mai 2026 fanden deutsche Behörden etwa 1,7 Millionen Dollar in Goldbarren, über 23.000 Dollar in Bargeld sowie Beweise für Bankkonten und Krypto-Wallets mit rund 1,2 Millionen Dollar verdächtiger Dream-Market-Gewinne.

Dieser Fall ist Teil einer breiteren internationalen Offensive gegen Darknet-Kriminelle. Andere hochrangige Dream-Market-Administratoren mit den Nicknamen “Oxymonster” und “KITT3N” wurden bereits verurteilt, ebenso wie der Customer-Service-Admin “GOWRON” durch britische Behörden. Die Erfolge bei der Verfolgung zeigen: Selbst sorgfältig verschleierte Darknet-Operationen werden letztendlich aufgedeckt, wenn finanzielle Spuren in die physische Welt führen.