Die Pwn2Own Berlin 2026 findet parallel zur OffensiveCon vom 14. bis 16. Mai statt und konzentriert sich auf Enterprise-Technologien sowie künstliche Intelligenz. Der Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie angreifbar moderne Software bleibt — selbst in aktuellsten Versionen.
Die größten Einzelleistungen des ersten Tages: Orange Tsai erhielt 175.000 Dollar für die Microsoft-Edge-Schwachstelle. Die Forscher Angelboy und TwinkleStar03 (DEVCORE Internship Program), Marcin Wiązowski und Kentaro Kawane (GMO Cybersecurity) demonstrierten jeweils Privilege-Escalation-Lücken in Windows 11 und erhielten je 30.000 Dollar. Valentina Palmiotti von IBM X-Force verdiente insgesamt 70.000 Dollar — 20.000 für Red Hat Linux und 50.000 für eine NVIDIA-Container-Toolkit-Schwachstelle.
Auch KI-Systeme stehen im Fokus: Forscher exploitierten Zero-Days in OpenAI Codex, LiteLLM, NVIDIA Megatron Bridge und Anthropic Claude. Diese Attacken illustrieren wachsende Risiken in der KI-Supply-Chain.
Das DEVCORE Research Team führt die Rangliste mit 205.000 Dollar an, gefolgt von Valentina Palmiotti mit 70.000 Dollar. Der zweite Konferenztag zielt auf weitere High-Value-Ziele: Microsoft SharePoint, Microsoft Exchange, Apple Safari, Cursor, LM Studio und Mozilla Firefox.
Insgesamt lockt der Wettbewerb mit über einer Million Dollar Prämien. Nach Pwn2Own-Regeln müssen alle getesteten Systeme die neuesten Versionen ausführen und die Forscher müssen arbitrary code execution demonstrieren. Entscheidend: Hersteller erhalten 90 Tage, um Patches zu veröffentlichen.
Im Vorjahr vergab TrendMicro’s Zero Day Initiative 1.078.750 Dollar für 29 Zero-Days. Die bisherige Bilanz 2026 deutet auf verstärkte Attackvektoren hin — insbesondere das Verketten mehrerer Bugs zu komplexen Exploits wird zur Standard-Taktik.
Deutsche Unternehmen sollten Sicherheitsbulletins von Microsoft und anderen Herstellern eng verfolgen. Das BSI empfiehlt umgehende Patch-Management-Prozesse, um Lücken dieser Kritikalität zügig zu schließen. Die Tage zwischen Disclosure und Verfügbarkeit von Patches sind entscheidend.
