Das nach Angaben der Ermittler beliebte Cybercrime-Forum LeakBase ist im Rahmen einer internationalen Strafverfolgungsaktion mit dem Namen “Operation Leak” abgeschaltet worden. Die Plattform war seit 2021 in Betrieb und zählte im Dezember 2025 rund 142.000 registrierte Nutzer.
Über das Forum wurden gestohlene Informationen ge- und verkauft. Dazu gehörten Zugangsdaten zu Konten, persönlich identifizierbare Daten, Kreditkartendaten sowie Bankkontoinformationen. Im Zuge der Operation schalteten die Strafverfolger zwei vom Forum verwendete Domains ab und beschlagnahmten die zugehörige Datenbank. Die Sicherstellung dieser Datenbank ermöglichte es, mehrere Nutzer zu identifizieren.
Zu den von den Ermittlern gesicherten Beweismitteln zählten Details zu Benutzerkonten, Forenbeiträge, private Nachrichten und IP-Protokolle. Laut Europol umfasste das Forum etwa 215.000 private Nachrichten und 32.000 Beiträge.
“Eine kreditbasierte Ökonomie und ein auf Reputation beruhendes Nutzersystem trugen dazu bei, Vertrauen unter den Tätern aufzubauen und ein florierendes Untergrundforum aufrechtzuerhalten”, erklärte Europol. Die EU-Polizeibehörde wies zudem darauf hin, dass “eine der bemerkenswerten internen Regeln des Forums den Verkauf oder die Veröffentlichung jeglicher Daten mit Bezug zu Russland untersagte” – ein Hinweis auf die Herkunft der Betreiber von LeakBase.
An der Operation beteiligten sich Strafverfolgungsbehörden aus Nordamerika, Europa und der APAC-Region. Die Beamten nahmen Verdächtige fest und führten Hausdurchsuchungen sowie sogenannte Knock-and-Talk-Maßnahmen durch. Gegen 37 der aktivsten Forennutzer wurden nicht näher spezifizierte Maßnahmen ergriffen.
Die Beschlagnahme von LeakBase wurde am selben Tag bekannt gegeben, an dem Europol, Microsoft und mehrere Cybersicherheitsunternehmen die Zerschlagung der Phishing-Plattform Tycoon 2FA verkündeten.
