Möglich wurde die Umstellung durch die Erweiterung des quelloffenen Verschlüsselungsprotokolls DAVE auf alle Plattformen, auf denen Discord-Clients laufen – darunter Desktop, Mobilgeräte, Webbrowser, PlayStation, Xbox sowie die Discord-SDKs. „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist jetzt Standard für jeden Sprach- und Videoanruf auf Discord, außerhalb von Stage-Kanälen. Keine Aktivierung erforderlich“, teilte das Unternehmen mit.

DAVE wurde erstmals im September 2024 vorgestellt und mit Unterstützung und Prüfung durch Trail of Bits entwickelt. Ziel war es, Audio- und Videoanrufe, Gruppenchats, Sprachkanäle und Go-Live-Streams auf der Plattform abzusichern.

Das Protokoll setzt auf WebRTC Encoded Transforms, auf Messaging Layer Security (MLS) für den skalierbaren Schlüsselaustausch in Gruppen sowie auf kurzlebige Identitätsschlüssel. So soll die Privatsphäre gestärkt werden, ohne dass Verbindungsabbrüche oder Verzögerungen entstehen, wenn Teilnehmer einem Gespräch beitreten oder es verlassen.

Discord verweist auf die technischen Herausforderungen, DAVE auf alle unterstützten Plattformen auszuweiten und dabei so geringe Latenzen zu erreichen, dass die Umstellung für die Nutzer unbemerkt bleibt. Als Beispiel nennt das Unternehmen ein Kompatibilitätsproblem mit Firefox: Statt eine Behelfslösung umzusetzen oder die Browser-Unterstützung einzuschränken, arbeiteten die Entwickler mit Mozilla zusammen, um das Problem zu beheben.

Eine Ausweitung von DAVE auf die textbasierte Kommunikation der Plattform ist derzeit nicht geplant. Als Grund nennt Discord erhebliche technische Hürden: Die Textfunktionen seien von Grund auf auf der Annahme unverschlüsselter Nachrichten aufgebaut worden.