Die Maßnahme von Ofcom ist Teil eines breiteren Vorgehens der britischen Regierung. Eine neue Gesetzgebung verbietet sogenannte Nudification-Werkzeuge und schreibt vor, dass nicht einvernehmlich verbreitete Intimbilder innerhalb von zwei Tagen entfernt werden müssen.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte in diesem Jahr, das neue Gesetz mit empfindlichen Geldbußen für Tech-Firmen, die solche Bilder nicht zügig entfernen, sei notwendig, um Opfern wiederholte Meldungen zur Löschung zu ersparen. Starmer warnte zugleich, dass Unternehmen, die die Bilder nicht innerhalb von zwei Tagen entfernen, eine Sperrung ihrer Dienste drohen könne.
Der Fokus der Regierung auf das Thema folgt auf einen Zeitraum von mehreren Wochen, in dem sich Millionen manipulierter Nacktbilder von Frauen und Kindern ohne deren Einwilligung weltweit über den Chatbot Grok von xAI verbreiteten.
In einem Meinungsbeitrag bezeichnete Starmer das Problem als „nationalen Notstand". Opfer seien gezwungen gewesen, allein zu kämpfen, schädliche Inhalte von Seite zu Seite zu verfolgen und dasselbe Material immer wieder zu melden, nur um es Stunden später anderswo erneut auftauchen zu sehen. „Das ist keine Gerechtigkeit", schrieb er. Man setze die Tech-Unternehmen unter Druck: Die Last, Missbrauch zu bekämpfen, dürfe nicht länger bei den Opfern liegen, sondern müsse bei den Tätern und bei den Unternehmen liegen, die den Schaden ermöglichten.
Mit ihrem Ansatz schlägt Ofcom vorerst einen anderen Weg ein als vergleichbare Stellen anderer Länder. Ein Gesetz der Europäischen Union, das es Tech-Firmen erlaubte, die Kommunikation nach Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs (CSAM) zu durchsuchen, lief nach einem langen Streit zwischen Gesetzgebern über Datenschutzbedenken in diesem Jahr aus. Die großen Tech-Konzerne haben erklärt, die Kommunikation weiterhin nach CSAM zu durchsuchen. Vertreter der Europäischen Kommission hingegen werten diese Praxis als gesetzeswidrig.
