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Crypto-ATMs als Betrugsmaschinen: 388 Millionen Dollar Schaden in den USA — Warnung auch für Deutschland

Crypto-ATMs als Betrugsmaschinen: 388 Millionen Dollar Schaden in den USA — Warnung auch für Deutschland
Zusammenfassung

Kryptowährungs-Geldautomaten werden zunehmend zur Waffe von Betrügern: Das FBI warnt vor einer dramatischen Welle von Betrugsfällen, bei denen Kriminelle Opfer dazu bringen, Tausende Euro über Krypto-ATMs zu überweisen. Im Jahr 2025 verzeichnete die US-Behörde über 13.400 Beschwerden mit Verlusten von insgesamt 388 Millionen Dollar – ein Anstieg um 23 Prozent bei den Fällen und 58 Prozent bei den finanziellen Schäden gegenüber dem Vorjahr. Besonders ältere Menschen über 50 Jahren sind betroffen und verloren über 302 Millionen Dollar. Die Betrüger – oft chinesische Banden aus Südostasien – setzen dabei auf bekannte Maschen wie gefälschte Investitionsangebote, Tech-Support-Betrug oder Romance-Scams. Auch in Deutschland könnten Nutzer, Unternehmen und Behörden ähnlichen Risiken ausgesetzt sein, insbesondere da Krypto-ATMs auch hierzulande verbreitet sind. Während mehrere US-Bundesstaaten bereits Verbote einführten und andere Länder wie Neuseeland und Australien regulatorisch reagierten, fehlen in Deutschland bislang konkrete Schutzmaßnahmen. Der Fall zeigt: Die Kryptoindustrie muss stärker reguliert werden, und Verbraucher benötigen dringende Aufklärung über diese Betrugsmaschen.

Die Betrugsmasche folgt einem schlagkräftigen Muster: Opfer erhalten detaillierte Anweisungen von Betrügern, wie sie Geld von ihrem Bankkonto abheben, einen Kryptowährungs-Geldautomaten finden und ihre Ersparnisse dorthin überweisen. Die Kriminellen geben sich häufig als Investmentberater, IT-Support-Techniker oder romantische Partner aus — eine klassische Trias von Betrugsmethoden, die auch in Deutschland längst Fuß gefasst hat.

Die geografische Verteilung in den USA ist aussagekräftig: Texas führt mit 1.179 Meldungen und knapp 57 Millionen Dollar Schaden an, gefolgt von Florida mit 1.213 Meldungen und 32,7 Millionen Dollar. Auch Kalifornien, Illinois, Arizona, New Jersey und weitere Bundesstaaten melden hohe achtstellige Verluste. Die Automaten stehen typischerweise in Tankstellen, Supermärkten und Einkaufszentren — also an Orten mit hohem Publikumsverkehr und wenig Überwachung.

Die US-Treasury Department hatte bereits vorgewarnt: Viele dieser Betrügereien werden von chinesischen Gangs aus Lagern in Südostasien orchestriert. Sie nutzen Kryptowährungs-ATMs als Endstufe ihrer Betrugsinfrastruktur, weil Transaktionen dort schwer nachzuverfolgen sind — ein Vorteil, den Kriminelle überall nutzen.

Regulatorische Reaktionen zeigen das ernste Problem: Tennessee und Indiana haben Kryptowährungs-ATMs bereits verboten, Minnesota steht kurz davor. Massachusetts verklagte Bitcoin Depot, den weltweit größten Betreiber, nachdem 80 Prozent befragter Kunden Opfer von Betrügereien wurden. Iowa und Washington, D.C. folgten mit ähnlichen Klagen. Sogar Neuseeland und Australien schreiten ein.

Für Deutschland ist dies ein Weckruf. Während hiesige Behörden bislang weniger öffentliche Kampagnen starten, entsprechen diese Betrugsmuster bekannten Phishing- und Romance-Scam-Taktiken, die das BSI regelmäßig dokumentiert. Ältere Bürger sind besonders gefährdet. Finanzinstitute sollten ihre Kunden warnen und verdächtige Transaktionen zu Kryptowährungs-Börsen flaggen. Ohne schnelles Handeln könnte sich dieses Problem auch auf deutschen Märkten ausbreiten.