GitHub hat am gestrigen Tag die Sicherheitsverletzung teilweise bestätigt, nachdem TeamPCP zunächst auf einem Dark-Web-Forum von dem Diebstahl von etwa 3.800 bis 4.000 privaten Code-Repositories geprahlt hatte. Der Angreifer kündigte an, die Daten zu verkaufen – betonte aber auch, dass bei Nichtverkauf die Daten kostenlos veröffentlicht würden.
Nach Angaben des Microsoft-Konzerns, der GitHub 2018 übernommen hat, gelang der Zugang über einen vergifteten VS-Code-Extension auf einem Mitarbeiter-Gerät. GitHub reagierte schnell: Die schädliche Extension wurde entfernt, das betroffene Gerät isoliert und ein Incident-Response-Prozess eingeleitet. Das Unternehmen bestätigte, dass kritische Secrets und Anmeldedaten sofort rotiert wurden, die Zahlen zu den gestohlenen Repositories stimmten aber überein – ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit des Vorfalls.
TeamPCP ist keine unbekannte Gruppe: Sie steht hinter dem Shai-Hulud-Wurm, der seit über einem Jahr das Open-Source-Ökosystem bedroht. Die Gruppe verbreitet ihre Malware systematisch über verschiedene Angriffsvektoren – von Credential-Diebstahl bis hin zur Typosquatting von populären Tools.
Die Compromittierung durch VS-Code-Extensions ist ein strukturelles Problem. Sicherheitsexperten warnen, dass Extensions mit denselben Privilegien wie der Editor selbst laufen und vollständigen Zugriff auf Dateisystem, Credentials, SSH-Schlüssel und Umgebungsvariablen des Entwicklers haben – ohne tiefergehende Verifizierung vor der Ausführung.
Roy Akerman, Cloud- und Identity-Security-Chef bei Silverfort, spricht von einem „grundlegend fehlerhaften” Vertrauensmodell rund um Entwickler-Tools. Das Bemerkenswerte: TeamPCP nutzte Githubs eigene Infrastruktur als Waffe – von der manipulierten Extension bis zur Verbreitung über vertraute Release-Workflows.
Für deutsche Unternehmen und Behörden, die auf GitHub und Open-Source-Software angewiesen sind, stellt dies ein erhebliches Risiko dar. Das BSI könnte verstärkt auf solche Supply-Chain-Angriffe reagieren müssen, zumal die Auswirkungen auf kritische Software-Lieferketten erheblich sind.
