Discord hatte bereits im August 2023 begonnen, mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu experimentieren. Im September 2024 führte die Plattform ein nach eigenen Angaben „auditiertes Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprotokoll" für Audio und Video ein. Seit dieser Woche ist die Funktion für alle Nutzer freigeschaltet — über alle Oberflächen hinweg, ausgenommen die Stage-Kanäle, die für die Ausrichtung von Live-Veranstaltungen gedacht sind.

Als besonderes Merkmal hebt Discord die große Bandbreite der Geräte hervor, auf denen die Verschlüsselung funktioniert. „Das Ungewöhnliche an Discords Sprach- und Videoinfrastruktur ist nicht nur die Größenordnung, sondern die Vielfalt", erklärte Mark Smith, Vice President für Kerntechnologie, in einem Blogbeitrag. In einem einzigen Discord-Anruf könnten gleichzeitig Teilnehmer an einem Laptop, am Smartphone, an einer PlayStation, an einer Xbox und in einem Webbrowser zusammenkommen — alle in derselben Unterhaltung.

Laut dem Blogbeitrag gibt es kein anderes Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprotokoll, das über all diese Funktionen hinweg verfügbar ist.

Die Umstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem große Plattformen unterschiedliche Wege einschlagen. Instagram und TikTok kündigten in den vergangenen Monaten an, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten nicht länger anzubieten. Google und Apple gaben dagegen kürzlich bekannt, die Verschlüsselung künftig standardmäßig auf Unterhaltungen zwischen Android- und iPhone-Geräten auszudehnen.