Hardwareseitig basiert Flipper One auf dem Rockchip-RK3576-ARM-SoC mit 8 GB Arbeitsspeicher, kombiniert mit einem Mikrocontroller vom Typ Raspberry Pi RP2350 in einer Doppelprozessor-Architektur. Die Haupt-CPU übernimmt die Linux-Aufgaben, während der Mikrocontroller unabhängig davon Display, Stromversorgung, Tasten und Bootvorgang steuert. In der Praxis bedeutet das, dass das Gerät auch dann betriebsfähig bleibt, wenn das Betriebssystem ausgeschaltet ist.

Flipper One ist zudem modular ausgelegt und unterstützt M.2- und GPIO-Schnittstellen sowie PCIe, USB 3.1, SATA, UART, I2C und SIM. Damit lassen sich SDRs, SSDs, WLAN-Karten, KI-Beschleuniger sowie 5G- oder NTN-Satellitenmodems ergänzen.

„Man kann Flipper One als Router, als VPN-Gateway oder als Brücke zwischen kabelgebundenen und drahtlosen Netzwerken nutzen“, heißt es in der Ankündigung des Unternehmens. Darüber hinaus soll das Gerät als tragbare Linux-Workstation („Survival-Desktop“) und als TV-Mediabox mit HDMI-Unterstützung dienen können.

Flipper One befindet sich seit Jahren in Entwicklung, erwies sich jedoch als weitaus größere Herausforderung als vom Hersteller erwartet. „Ob Ingenieur, Softwareentwickler, Designer oder einfach begeisterter Nutzer mit Ideen – jeder ist eingeladen, an der Entwicklung mitzuwirken und Flipper One mitzugestalten“, so das Unternehmen.

Als zentrale Hürde nennt das Team den Zustand von ARM-Linux: „Der aktuelle Stand von ARM-Linux ist deprimierend. Jeder Hersteller schraubt sein eigenes Chaos dazu: geschlossene Boot-Blobs, herstellerspezifische Patches, ‚Board Support Packages‘, die außerhalb des Chipherstellers niemand wirklich versteht.“ Derzeit unterstützt Collabora das Projekt dabei, den Rockchip RK3576 vollständig in den offiziellen Linux-Kernel zu integrieren, was laut Flipper Devices gut vorankommt.

Das Vorhaben ist ein aktives Entwicklungsprojekt und weit von einem fertigen Produkt entfernt: Die Prototypen weisen unfertige Teile auf, ein Teil der grundlegenden Softwareunterstützung fehlt, und architektonische Entscheidungen sind noch offen. „Es gibt viel Unsicherheit in diesem Projekt, dazu technische Herausforderungen und finanzielle Risiken – etwa die aktuelle Knappheit bei RAM-Chips“, erklärte Pavel Zhovner, Gründer von Flipper Devices, und versicherte, das Unternehmen werde sein Bestes geben, um das Produkt zu liefern. Über den Fortschritt will Flipper künftig regelmäßig über sein F&E-Profil in sozialen Medien informieren.