Ocean hat eine Plattform entwickelt, die spezialisierte KI-Agenten einsetzt, um jede eingehende Email zu analysieren. Diese Agenten gehen weit über klassische Spam-Filter hinaus: Sie überprüfen die Absicherungsintention des Absenders, sammeln Kontextinformationen aus Kommunikationsverläufen und identifizieren versteckte Bedrohungen in vermeintlich legitimen Nachrichten.
Das Kernproblem, das Ocean adressiert, ist fundamental: Moderne Angreifer nutzen KI-Tools, um fehlerfreie Nachrichten zu verfassen, echte Projekte zu referenzieren und vertrauenswürdige Kollegen zu imitieren. Für Security-Teams wird es dadurch zunehmend unmöglich, Angriffe mit bloßem Auge zu erkennen.
“Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, bösartige Emails zu erkennen. Es geht darum, schädliche Absichten in Nachrichten zu identifizieren, die völlig legitim wirken,” erklärt CEO Shay Shwartz. Die Plattform konzentriert sich auf drei Bedrohungsszenarien: Business-Email-Compromise (BEC), Vendor-Email-Compromise und KI-generiertes Phishing.
Oceans Analysetiefen umfassen Infrastrukturprüfungen, Datei- und Link-Analysen, Identitätsverifizierung, Finanzanfrage-Validierung und die Überwachung von Abuse-Mailboxen. Für Security-Teams automatisiert die Lösung entscheidende Prozesse: Triage von gemeldeten Emails, Freigabe aus Quarantäne und Incident-Handling. Besonderheit ist die Echtzeit-Unterstützung für Mitarbeiter, die verdächtige Nachrichten erhalten.
Das deutsch-relevante Szenario ist deutlich: Deutsche Unternehmen, insbesondere im Finanzsektor und in der Industrie, sind häufig Ziele von BEC-Angriffen. Das BSI dokumentiert regelmäßig gestiegene Angriffszahlen auf deutsche Organisationen. Für Unternehmen mit DSGVO-Verpflichtungen bedeuten erfolgreiche Email-basierte Angriffe nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern auch potenzielle Meldepflichten gegenüber der Datenschutzbehörde und betroffenen Personen — mit Bußgeldern bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.
Ocean positioniert sich damit in einem wachsenden Markt für agentenbasierte Cybersecurity-Lösungen. Das Funding und die prominente Gründerriege deuten auf starkes Vertrauen in das agentengestützte Sicherheitskonzept hin, das traditionelle Sicherheitsteams entlasten soll, die in reaktiven Betriebsmodus verfallen sind.
